Agenturbezirk Coburg Vorboten des Winters bestimmen den Arbeitsmarkt

Die Arbeitslosigkeit steigt in Coburg saisonbedingt marginal an. Die Zahl der Flüchtlinge ohne Job sank seit vergangenem Jahr.

Die Chancen, in Coburg einen neuen Job zu finden, sind mindestens so gut wie vor einem Jahr. Foto: picture alliance/dpa

Ende November waren im Agenturbezirk Bamberg Coburg 1547 Flüchtlinge arbeitslos gemeldet. Das teilt die Bundesagentur für Arbeit (BA) im aktuellen Arbeitsmarktbericht mit. Seit dem vergangenen Jahr habe ihre Zahl um 349 Personen beziehungsweise 18,4 Prozent abgenommen. Allein die Arbeitslosigkeit der Syrer verringerte sich demnach um 38,1 Prozent beziehungsweise 281 Arbeitslose auf 457.

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Die Arbeitslosenquote liegt laut Agentur wie im Oktober weiterhin bei 3,9 Prozent. Ihr Vorjahreswert betrug 3,8 Prozent. Die Chancen, einen neuen Job zu finden, seien mindestens so gut wie vor einem Jahr, so die BA. Dafür spreche, dass im November 1074 Personen ihre Arbeitslosigkeit durch Aufnahme einer neuen Beschäftigung beenden konnten, 1,1 Prozent oder zwölf Personen mehr als 2024.

Stefan Trebes, Leiter der Agentur für Arbeit Bamberg-Coburg, wird so zitiert: „Im Gegensatz zu früheren Jahren meldeten sich im November aus den saisonüblichen Berufen nur vereinzelt erste Personen zur Überbrückung des Winters vorsorglich arbeitslos, aber noch ohne festen Kündigungstermin. Sie kamen überwiegend aus dem Baugewer-be.“ Aufgrund der günstigen Witterung in der ersten Monatshälfte hätten Aufträge weiterhin abgearbeitet werden können. Die langsam zu Ende gehende Herbstbelebung brachte laut Trebes einen weiteren leichten Rückgang der Arbeitslosigkeit, „fast wie in guten Zeiten“.

Die andauernden Folgen von Insolvenzen und Massenentlassungen allerdings gäben noch keine Zeichen auf Entspannung. Die Menschen nutzten die Zeit in den Transfergesellschaften jedoch aktiv. Viele fänden relativ zügig wieder eine neue Beschäftigung oder vernetzten sich mit Partnern und machten sich selbstständig. Handwerker und Fachkräfte hätten weiterhin gute Chancen. Bei gut qualifizierten Akademikern zeichneten sich hingegen oft längere Einstellprozesse ab. Die Situation wirke seit Ostern unverändert. Es seien zwar keine weiteren Einbrüche in Sicht, aber auch keine großen Besserungen. „Bis zum Jahreswechsel rechne ich kaum mit Veränderungen. Wir werden im Dezember einen ersten leichten saisonalen Anstieg der Arbeitslosigkeit haben“, so Trebes.

Situation in der Stadt Coburg

Die ersten Vorboten des Winters ließen laut BA die Arbeitslosigkeit in den vergangenen Wochen marginal ansteigen. Am Monatsende waren 1679 Personen arbeitslos gemeldet, drei bzw. 0,2 Prozent mehr als im Oktober. Seit dem letzten Jahr habe die Zahl der Arbeitslosen in der Stadt Coburg um 107 oder 6,8 Prozent zugenommen. Es wurden 7,2 Prozent mehr Menschen freigesetzt als im November 2024, während 8,3 Prozent weniger eine neue Beschäftigung fanden. Die Arbeitslosenquote beträgt wie im Oktober weiterhin 7,1 Prozent (Vorjahr 6,8 Prozent).

Im November bekam der Arbeitgeberservice 175 sozialversicherungspflichtige Stellen gemeldet, 17,4 Prozent (26) mehr als vor einem Jahr. Das Gros des gestiegenen Personalbedarfs entfalle auf Tätigkeiten in den Bereichen Lagerwirtschaft sowie Finanz- und Versicherungsdienstleistungen.

Herbstbelebung im Landkreis zu Ende

Mit dem ersten Wintereinbruch neigte sich im Landkreis Coburg die Herbstbelebung im November ihrem Ende zu, so die BA. Die Arbeitslosigkeit stieg um 2,6 Prozent (57 Personen) auf 2210. Seit vergangenem Jahr erhöhte sie sich um 90 Personen oder 4,2 Prozent. Die Arbeitslosenquote nahm seit Oktober um 0,1 Prozentpunkte auf 4,5 Prozent (Vorjahr 4,3 Prozent) zu. Zwölf Prozent mehr Menschen wurden entlassen als vor einem Jahr, gleichzeitig fanden 2,7 Prozent mehr einen neuen Job. Im November wurden 144 sozialversicherungspflichtige Stellenangebote aus dem Landkreis gemeldet.