Ein Vorteil der xenogenen Lebertransplantation bestehe darin, dass Schweinezellen nicht durch das humane Hepatitis-B-Virus infiziert werden können, erklärte Konrad Fischer von der Technischen Universität München (TUM). "Damit bleibt das transplantierte Schweineorgan selbst bei Patienten mit aktiver oder chronischer Hepatitis-B-Infektion frei von viraler Schädigung."
Noch viel weitere Forschung notwendig
Die Studie gebe Anlass zu vorsichtigem Optimismus, erinnere aber auch daran, wie stark das Feld sich noch weiterentwickeln müsse, heißt es in einem zur Studie veröffentlichten Kommentar einer Forschergruppe um Heiner Wedemeyer von der Medizinischen Hochschule Hannover. Die Daten zeigten, dass eine Xenoleber zumindest vorübergehend wichtige Leberfunktionen übernehmen könne.
Unter Behandlung mit acht das Immunsystem unterdrückenden Medikamenten habe die Schweineleber im Patienten eine akzeptable Funktion gezeigt - allerdings auch anhaltend hohe Bilirubinwerte, die auf eine gestörte Bilirubinverarbeitung in der Leber hinweisen. Bilirubin entsteht beim Abbau roter Blutkörperchen, wird in der Leber verarbeitet und über die Galle ausgeschieden.
Eine breite und transparente Diskussion ethischer, kultureller und religiöser Belange sei dringend erforderlich, wenn die Leber-Xenotransplantation eine breitere Akzeptanz finden solle, so die Gruppe um Wedemeyer.