Eigentlich hätte der Prozess um 9.45 Uhr beginnen sollen. Doch auch um 10 Uhr gab es noch keine Spur vom unentschuldigten Angeklagten. „Das läuft ja jetzt schon richtig prima“, entfuhr es Strafrichter Christoph Lehmann, der nach einem intensiv geführten Weckruf-Telefonat den fehlenden Hauptdarsteller unmissverständlich aufforderte, von Lichtenfels nach Kronach zu kommen. Zwei Stunden später dann trudelte der Beschuldigte ein. Seine Entschuldigung: Die Bahn hatte Verspätung. Und „ich hab’ meine Post a weng verschlumpert. Das macht normal immer die Oma. Bei mir wär’s fei, denke ich, der 24. Mai gewesen.“ „Manchmal ist es besser zu lesen als zu denken. Und ich frage Sie jetzt mal nicht, ob Sie das Bahnticket bezahlt haben“, entgegnete Lehmann auch mit Blick auf eine Vorstrafe des jungen Mannes wegen notorischen Schwarzfahrens.