Anders als bei der nordrhein-westfälischen Kommunalwahl kann die AfD in Baden-Württemberg seltener in Großstädten punkten. Die alten Industriestädte Pforzheim und Heilbronn sind hier Ausnahmen.
Hier adressiere die Partei die in ihren Augen etablierten Einwanderer wie Russlanddeutsche, sagt Frankenberger. "Es werden Flyer auf Kyrillisch und Türkisch verteilt." Dieses Wählerpotenzial gebe es so in Ostdeutschland nicht.
Schub durch Gerichtsentscheidung?
Im Südwesten hat die AfD nach eigenen Angaben rund 8.600 Mitglieder. Im Landtag ist sie seit 2016, als viel über Flüchtlinge debattiert wurde. Sie wurde mit 15,1 Prozent aus dem Stand drittstärkste Kraft, sackte 2021 aber auf 9,7 Prozent ab und ist seither die kleinste Fraktion. Diese tritt laut Landeszentrale für politische Bildung in dieser Legislaturperiode "deutlich disziplinierter auf als in der Periode zuvor - wenn auch nicht unbedingt inhaltlich gemäßigter".
Eine Steilvorlage für die AfD könnte nach Einschätzung Frankenbergers nun die Entscheidung des Verwaltungsgerichts Köln sein, dass das Bundesamt für Verfassungsschutz die Partei vorerst nicht als gesichert rechtsextremistisch einstufen und behandeln und sie öffentlich auch nicht so bezeichnen darf. "Das könnte ihr nochmal zwei, drei Prozentpunkte bringen."