Angespannte Lage Gesundheitsamt verhängt Aufnahmestopp am Klinikum Coburg

Am Montag war die Lage am Klinikum Coburg angespannt, weil viele COVID-19-Patienten auf isolierten Normalstationen liegen Foto: Henning Rosenbusch

Die Corona-Lage am Coburger Klinikum spitzt sich weiter zu: Das Gesundheitsamt hat mittlerweile mehrere Stationen wegen Infektionsfällen bei Personal und Patienten kurzfristig geschlossen. Das bestätigte Regiomed-Sprecher David Schmitt am Montag der Neuen Presse. Das heißt, dass diese Stationen derzeit keine neuen Patienten mehr aufnehmen dürfen.

Coburg - Demnach war es bereits am vergangenen Freitag zu solchen Anordnungen gekommen, die massive Auswirkungen auf den Betrieb im Haus hatten. „Das Klinikum war bei der Rettungsleitstelle aber nicht als voll gemeldet“, widerspricht David Schmitt Gerüchten, wonach Notfälle auf andere Häuser der Region hätten verteilt werden müssen. „Die Notfallversorgung war und ist am Klinikum Coburg weiterhin gesichert.“

Die vom Gesundheitsamt Coburg teilweise kurzfristig geschlossenen Stationen hätten die Geschäftsführung des Regiomed-Klinikverbundes allerdings dazu bewogen, „schnell ein Gespräch mit Landrat Sebastian Straubel und Oberbürgermeister Dominik Sauerteig zu organisieren.“ Denn aufgrund solcher Schließungen sehe man sich bei Regiomed kurz-, aber auch langfristig nicht mehr in der Lage, die Versorgung von Patienten – auch jener, die nicht von COVID-19 betroffen sind – zu gewährleisten, heißt es. „Wir haben daher ein Lösungskonzept ausgearbeitet, das die Versorgungsfähigkeit sicher stellen soll“, so David Schmitt.

Nach NP-Informationen wurde dieses Konzept noch am Freitag in einer Telefonkonferenz mit Oberbürgermeister, Landrat und Vertretern des Gesundheitsamtes präsentiert. „Zu weiteren Lösungsvarianten und Inhalten wollen wir uns aktuell aber noch nicht äußern“, so David Schmitt.

Martina Berger, die organisatorische Leiterin des Gesundheitsamtes, erklärt die Vorgehensweise der Behörde so: „Das Gesundheitsamt hat Stationen am Regiomed-Klinikum Coburg mit einem Aufnahmestopp versehen, weil bei Patienten oder Mitarbeitern auf diesen Stationen eine COVID-19 Infektion festgestellt wurde. Deshalb mussten diese komplett isoliert werden. Diese Maßnahme ist notwendig, damit keine weiteren Patienten einer Infektionsgefahr ausgesetzt werden, denn das Virus stellt insbesondere für kranke Menschen eine sehr hohe Gefahr dar“, so Martina Berger gegenüber der NP. In der Telefonkonferenz am Freitag hätte das Gesundheitsamt die durch das Infektionsgeschehen notwendigen Maßnahmen mit Vertretern von Regiomed sowie mit dem Landrat und dem Coburger Oberbürgermeister besprochen.

Am gestrigen Montag war die Lage am Klinikum Coburg weiter angespannt, weil viele COVID-19-Patienten auf isolierten Normalstationen liegen und die Zahl der Erkrankten gleichzeitig stetig steigt. „Das Infektionsgeschehen stellt sich weiterhin als dynamisch dar“, erklärt David Schmitt und verweist darauf, dass Regiomed bereits in der vergangenen Woche eingeräumt hatte, dass durch die erhöhten Infektionszahlen auch Personal Gefahr läuft, sich trotz höchster Hygienevorkehrungen anzustecken. „Daher befinden sich auch einige Mitarbeiter in Quarantäne“, so Schmitt. Nach wie vor sei die Notfallversorgung im Haus aber weiter sichergestellt, „sodass wir weitere Patienten aufnehmen können.“

Die verschärfte Situation sei auch darin begründet, dass es derzeit keine Möglichkeit gebe, COVID-positive Patienten, die nicht mehr stationär behandelt werden müssen, in Seniorenheimen oder mit Pflegediensten in einer häuslichen Betreuung unterzubringen. „Einfach weil sich diese genannten Bereiche nicht in der Lage sehen, die Patienten dort zu versorgen“, so David Schmitt.

 

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