Im Regionalverkehr gibt es den Angaben zufolge keine bundeseinheitliche Regelung. Einige Verbünde, etwa in Hamburg, Köln, München oder Nürnberg, untersagten den Alkoholkonsum in den Regionalbahnen generell. Wer eine Gefahr für andere Fahrgäste oder die Sicherheit und Ordnung des Betriebs darstelle, könne generell des Zugs verwiesen werden.
Kann solch ein Verbot konsequent durchgesetzt werden?
Das ist wohl der schwierigste Punkt in der Debatte. Gleichzeitig stellt sich auch die Frage, wie wichtig eine konsequente Durchsetzung ist oder ob das Verbot bereits eine ausreichende, abschreckende Wirkung hat. Beispiel Rauchen: Seit vielen Jahren darf in Bahnhöfen und auf Bahnsteigen nur an ausgewiesenen Stellen gequalmt werden. Auch daran halten sich nicht alle Leute - aber wohl doch die meisten.
Alexander Poitz von der Gewerkschaft der Polizei geht nicht davon aus, dass die konsequente Durchsetzung des Alkoholverbots möglich ist. Dafür gebe es zu wenig Personal bei der Bundespolizei, die zusammen mit der DB Sicherheit dafür zuständig sein dürfte. "Wir sind gebunden in Veranstaltungen, Großveranstaltungen und Grenzkontrollen mit der Bundespolizei. Das wird schwer, das umzusetzen", sagte der stellvertretende GdP-Bundesvorsitzende im "Frühstart" von RTL/ntv.
Grundsätzlich hält Poitz das Alkoholkonsumverbot aber für gerechtfertigt - und macht sich für eine Ausweitung auch auf alle Züge stark. "Es macht keinen Sinn, an den Bahnhöfen ein Alkoholverbot umzusetzen und dann aber in der Bahn selbst Alkohol konsumieren zu dürfen", sagte Poitz.
Was macht die Bahn sonst für die Sicherheit an Bahnhöfen?
Die Deutsche Bahn hat im Januar auf Wunsch von Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder (CDU) ein Programm für mehr Sicherheit und Sauberkeit speziell an Bahnhöfen gestartet. Dabei will die Bahn an 25 ausgewählten Stationen mehr Sicherheitskräfte einsetzen. Mit der Bundespolizei arbeitet der Konzern eigenen Angaben zufolge daran, weitere Bahnhöfe mit Kameras und Videotechnik auszustatten. Insgesamt setzt die Deutsche Bahn deutschlandweit rund 4.500 Sicherheitskräfte an Bahnhöfen ein.
In den Zügen können die Beschäftigten auf freiwilliger Basis Bodycams tragen und in brenzligen Situationen einschalten. Zudem werden sogenannte Doppelbesetzungen getestet, damit Zugbegleiter zum Beispiel nicht alleine Tickets kontrollieren müssen.
Die Bahn überwacht die Züge und Bahnhöfe mit Tausenden Kameras, allein in den Stationen sind es bundesweit rund 11.000 Stück. Sie arbeitet daran, die Aufnahmen der Kameras in den Zügen in Echtzeit an die Verkehrszentrale weiterleiten und per KI auswerten zu lassen.
Einer Auswertung des Interessenverbands Allianz pro Schiene zufolge ist die Zahl der Straftaten an Bahnhöfen in Deutschland im vergangenen Jahr zurückgegangen. Allerdings habe es aber mehr Angriffe auf Bahn-Beschäftigte gegeben.