Der Winter kam lediglich in den ersten paar Tagen des neuen Jahres zum Kurzbesuch im Agenturbezirk Bamberg-Coburg vorbei. Daher fiel der Saisonanstieg der Arbeitslosigkeit etwas geringer aus, als in den vergangenen fünf Jahren.
Sowohl in Coburg als auch im Landkreis sind im Januar die Arbeitslosenzahlen gestiegen. Die Agentur für Arbeit ist dennoch zuversichtlich.
Der Winter kam lediglich in den ersten paar Tagen des neuen Jahres zum Kurzbesuch im Agenturbezirk Bamberg-Coburg vorbei. Daher fiel der Saisonanstieg der Arbeitslosigkeit etwas geringer aus, als in den vergangenen fünf Jahren.
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Die Arbeitslosigkeit erhöhte sich im Januar um 1504 Menschen. Das entspricht einem Plus von rund 11 Prozent. Am Monatsende waren 15 049 Männer und Frauen arbeitslos gemeldet. 71 Prozent des Anstiegs der Arbeitslosigkeit entfiel auf Männer, da diese den überwiegenden Teil der Beschäftigten in den witterungsabhängigen Berufen ausmachen. Die Arbeitslosigkeit der Frauen nahm im Januar moderater um 433 , einem Plus von 7,4 Prozent, zu.
Seit 2024 ist die Zahl der Arbeitslosen insgesamt um 1136 Personen gestiegen. Das liegt zum Großteil an der gestiegenen Zahl von Flüchtlingen. Ende des Monats waren im Agenturbezirk 1006 Ukrainer und 1042 Flüchtlinge anderer Nationen (davon 773 Syrer, 127 Afghanen, 49 Eritreer 40 Iraker und 28 Iraner) arbeitslos gemeldet. Allein die Zahl der arbeitslosen Syrer stieg seit dem Vorjahr um 43,7 Prozent (+235). Da sie häufig im Helferbereich arbeiten, sind sie derzeit bei Entlassungen überproportional betroffen. 13,7 Prozent aller Arbeitslosen sind Geflüchtete.
Die Zahl der Arbeitslosen erhöhte sich in Coburg seit Jahresbeginn um 190 Personen (+11,7 Prozent) auf 1 810. Die Arbeitslosigkeit hat seit dem Vorjahr um 204 Menschen oder 12,7 Prozent zugelegt. Es wurden 24,3 Prozent mehr Menschen freigesetzt als 2024, im selben Zeitraum fanden genauso viele eine neue Beschäftigung wie im Vorjahr. Die Arbeitslosenquote erhöhte sich um 0,8 Prozentpunkte auf 7,8 Prozent. Ende des Monats waren in der Stadt 158 Ukrainer und 184 Flüchtlinge anderer Nationen arbeitslos gemeldet. Fast ein Fünftel, 19,6 Prozent, aller Arbeitslosen sind Geflüchtete.
Im Landkreis Coburg kletterte die Zahl der Arbeitslosen im Januar witterungsbedingt um 192 auf 2 379. Es verloren 0,9 Prozent weniger ihren Job als in 2024, während 14,7 Prozent weniger einen neuen Job fanden. Seit dem letzten Jahr hat die Arbeitslosigkeit um 312 Personen zugenommen. Das entspricht rund 15 Prozent. Die Arbeitslosenquote stieg seit Dezember um 0,4 Prozentpunkte auf 4,8 Prozent (Vorjahr 4,2 Prozent).
„Die für Januar üblichen Entlassungen in den witterungsabhängigen Berufen fielen heuer erneut geringer aus als in früheren Jahren und das trotz der andauernden Konjunkturflaute“, so Stefan Trebes, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Bamberg-Coburg. Viele, die sich dort vorsorglich meldeten, seien aufgrund des bisher ausgebliebenen Wintereinbruchs weiterbeschäftigt worden. „Von den temporären Freisetzungen in der kalten Jahreszeit sind größtenteils Männer betroffen, die das Gros der Beschäftigten im Bauhandwerk ausmachen.“
Massenentlassungen und Insolvenzen nehmen laut Stefan Trebes zu. „Man spürt eine Zurückhaltung und Verunsicherung. Mit Blick in die Vergangenheit haben sich aber meist die Unternehmen behauptet, die auch in der Krise mutig geblieben sind.“
Insgesamt seien die Chancen auf eine Beschäftigung weiterhin gut. „Viele Unternehmen suchen weiterhin intensiv nach Fachkräften, anderen steht Beschäftigtenabbau bevor“, so Trebes. „Diese Betriebe zusammenzubringen und den direkten Wechsel von Beschäftigten zu erreichen, ist das Ziel unserer neuen Initiative der Arbeitsmarktdrehscheibe, die immer mehr an Schwung gewinnt.“ Zuletzt hätten sich Bewerbertage, die die Arbeitsagentur vor Ort bei den Firmen durchführt bewährt. „Das spart Zeit, Kosten und Aufwand für die Personal abgebenden und aufnehmenden Betriebe. Dadurch Arbeitslosigkeit zu vermeiden ist unsere Ambition.“