Arbeitsmarkt Kronach Job Risiko und Chancen halten sich die Waage

Der Rückgang der Arbeitslosigkeit setzt sich auch im Mai fort. Die Arbeitslosenquote liegt bei knapp vier Prozent.

Die Arbeitslosenquote reduzierte sich seit April um 0,1 Prozentpunkte auf aktuell 3,9 Prozent. Foto: picture alliance/dpa

Im Mai setzte sich der Rückgang der Arbeitslosigkeit fort, jedoch nicht mehr so dynamisch, da die Frühjahrsbelebung im April bereits so gut wie abgeschlossen war. Die Zahl der Arbeitslosen nahm im vergangenen Monat um weitere 245 Personen (-1,7 Prozent) auf 13 757 ab. Im Vergleich zum letzten Jahr fiel die Verringerung spürbar um 45,8 Prozent (+77 Personen) größer aus, jedoch nicht so vital wie in konjunkturell florierenden Jahren. Die Arbeitslosigkeit ist in den letzten zwölf Monaten um 1019 Personen (+8,0 Prozent) gestiegen. Das liegt zum Großteil an den vielen Geflüchteten in der Region, die zum überwiegenden Teil Bürgergeld von den Jobcentern beziehen. Ende Mai waren im Agenturbezirk 948 Ukrainer und weitere 924 Flüchtlinge anderer Herkunftsländer (davon 550 Syrer, 112 Afghanen, 44 Eritreer, 38 Iraker und 30 Iraner) arbeitslos gemeldet.

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Die Arbeitslosenquote reduzierte sich seit April um 0,1 Prozentpunkte auf aktuell 3,9 Prozent. Vor einem Jahr betrug sie 3,6 Prozent.

Im Mai wurden 1336 Männer und Frauen ausgestellt, 144 Personen bzw. 12,1 Prozent mehr als vor einem Jahr. Es wurden 1380 Menschen eingestellt. Das waren 210 oder 17,9 Prozent mehr als in 2024. Die leicht gestiegene Wahrscheinlichkeit entlassen zu werden, geht einher mit guten Chancen, wieder einen neuen Arbeitsplatz zu finden.

Die Zahl der Arbeitslosen sank im Landkreis Kronach im Mai erneut um weitere 65 Menschen (-4,2 Prozent). Das ist agenturbezirksweit der dynamischste Rückgang. Am Monatsende waren 1476 Personen arbeitslos registriert, 119 bzw. 8,8 Prozent mehr als vor zwölf Monaten. Es wurden 15,5 Prozent mehr Menschen entlassen als 2024. Gleichzeitig fanden 41,5 Prozent mehr einen neuen Arbeitsplatz. Die Arbeitslosenquote sank seit April um 0,2 Prozentpunkte auf 3,9 Prozent. Ihr Vorjahresniveau lag bei 3,6 Prozent.

Aus dem Landkreis Kronach wurden im Mai 179 versicherungspflichtige Jobperspektiven dem Arbeitgeberservice gemeldet, 53,0 Prozent (+62) mehr als im Vorjahr. Der gestiegene Personalbedarf kommt zum Großteil aus der Industrie und der Zeitarbeit. Im Stellenpool gibt es aktuell 661 Vakanzen, 25,1 Prozent (-221) weniger als vor einem Jahr.

Stefan Trebes, Leiter der Agentur für Arbeit Bamberg-Coburg, schätzt die aktuelle Situation wie folgt ein: „Aufgrund des milden Winters war die Frühjahrsbelebung bereits im April so gut wie abgeschlossen. Seit Jahresbeginn wurden über Massenentlassungen viermal so viele Personen entlassen als im letzten Jahr. Jedoch seit ein paar Wochen zeichnet sich ein Hoffnungsschimmer ab.“

Der Ausbildungsstellenmarkt läuft wie jedes Jahr momentan wieder auf Hochtouren. Es gibt mehr als doppelt so viele freie Lehrstellen wie suchende Jugendliche – 2106 Stellen für nur 995 Jugendliche. Bereits das zweite Jahr in Folge meldeten uns jedoch bislang die Betriebe weniger Lehrstellen. Aktuell sind es 214 (-4,4 Prozent) weniger als im letzten Jahr.