Programm benannt nach der mythologischen Göttin des Mondes
Das milliardenschwere "Artemis"-Programm – benannt nach der Göttin des Mondes und Zwillingsschwester des Gottes Apollo aus der griechischen Mythologie – wurde von der Nasa 2017 verkündet. Ursprünglich sah es eine bemannte Mondlandung ("Artemis 3") bis 2024 vor. Seitdem kam es aber mehrfach zu Verschiebungen.
Der neue Nasa-Chef Jared Isaacman hat die "Artemis"-Pläne kürzlich noch einmal komplett umgeschmissen. Die Mission "Artemis 3", mit der ursprünglich frühestens 2028 eine Crew auf dem Mond landen sollte, soll nun bereits im kommenden Jahr starten, aber nicht auf dem Mond landen.
Auch die europäische Raumfahrtbehörde Esa ist beteiligt
Stattdessen solle die "Orion"-Kapsel sich bei dieser Mission im Weltraum mit einem oder zwei Mondlandern zusammendocken. Zudem solle es dann 2028 möglicherweise sogar gleich zwei Mondlandungsversuche geben - "Artemis 4" und "Artemis 5". Außerdem werde eine dauerhafte menschliche Präsenz auf dem Mond anvisiert. Auch viele private Raumfahrtunternehmen und internationale Partner sind bei dem Programm involviert, darunter auch die europäische Raumfahrtbehörde Esa.
Die Esa steuert unter anderem ein im Bremer Airbus-Werk gefertigtes Servicemodul für die "Orion"-Kapsel bei. Auch die Teilnahme eines deutschen Astronauten ist für die Zukunft angedacht. "Wir stehen an der Schwelle einer historischen Rückkehr", sagte Esa-Chef Josef Aschbacher bei einer Pressekonferenz in Cape Canaveral. "Die Nasa wird wieder Geschichte schreiben. Das ist sehr aufregend für uns alle."
Der deutsche Astronaut Gerst sagte, er glaube daran, dass es eines Tages eine europäische Forschungsstation auf den Mond geben werde. "Der Mond ist einfach unser nächster Begleiter. Das ist unser achter Kontinent im Prinzip. Wir müssen den erforschen, einfach nur, weil er da ist schon mal."
Zudem biete die Mondmission eine wichtige Perspektive, sagte Gerst weiter. "Die Faszination, dass man auch den nächsten Generationen zeigen kann: Wir können nicht nur Kriege führen hier auf der Erde, sondern wir können auch wieder was richtig Großartiges zusammen machen. Diese Perspektive einzufangen und zurückzubringen, das ist so unendlich wichtig für unser Selbstverständnis. Was sind wir eigentlich? Was machen wir mit unserer Erde? Was machen wir mit uns? Wie behandeln wir uns gegenseitig auf diesem Planeten? Das wird alles nochmal kristallklarer, wenn man das von außen sieht."
Wettlauf der Raumfahrtnationen
Für die USA symbolisiert die Rückkehr zum Mond strategisch die technologische und geopolitische Führung im Wettlauf um den Weltraum. Eine dauerhafte Präsenz dort gilt als Weg, nationale Interessen in der Raumfahrt zu sichern und internationale Kooperationen prägen zu können. US-Präsident Trump, in dessen erster Amtszeit das Programm ins Leben gerufen worden war, verbucht es auch als persönlichen Erfolg.
Schon seit Jahren gibt es einen neuen Wettlauf von Raumfahrtnationen zum Mond. Größter Konkurrent der USA ist China mit dem Ziel, bis 2030 Menschen auf den Mond zu bringen. Auch Russland will mit Menschen auf den Mond, hat aber mit Verzögerungen wegen wirtschaftlicher Schwierigkeiten zu kämpfen.