Was machen jetzt Impfberechtigte, deren Termine abgesagt werden?
Astrazeneca-Impftermine sind vorerst storniert, sagt das baden-württembergische Sozialministerium, aber die Terminabsagen gelten zunächst nur bis einschließlich Montag, 22. März, und umfassen lediglich Erstimpfungen. Spätere Termine bleiben bestehen. „Menschen, deren Ersttermin jetzt abgesagt wird, werden gebeten, die Informationen zum Zweittermin vorerst aufzubewahren“, teilt das Ministerium mit. Bislang haben im Land noch keine Zweitimpfungen mit Astrazeneca stattgefunden. Um Wartelisten vor allem mit über 80-Jährigen abzuarbeiten wird das Terminbuchungssystem in Baden-Württemberg bis Montag geschlossen. Personen auf der Warteliste, für die ein Termin verfügbar ist, werden vom Callcenter informiert.
Stimmen Politiker der Aussetzung des Impfstoffes zu?
Der SPD-Gesundheitspolitiker Karl Lauterbach hält einen Zusammenhang zwischen Impfungen und den gemeldeten Thrombosen für sehr wahrscheinlich, befürwortete aber trotzdem eine Fortsetzung der Impfungen mit Astrazeneca: „Auf der Grundlage der Zwischenfälle, die wir jetzt kennen, überwiegt natürlich der Nutzen des Impfstoffs.“ Auch der Grünen-Gesundheitsexperte Janosch Dahmen verwies auf die dritte Coronawelle und bezeichnete den verhängten Impfstopp als fahrlässig. Der CSU-Bundestagsabgeordnete Stephan Pilsinger verteidigte den Impfstopp, mahnte aber zur Eile und forderte „eine schnelle Überprüfung“.