ATP-Finals Krawietz/Tecau machtlos

Horia Tecau und Kevin Krawietz mussten Nikola Mektic und Mate Pavic (von rechts) zum Sieg gratulieren. Foto: Sky/Screenshot

Die Favoriten Mektic/Pavic sind zum Auftakt der ATP-Finals eine Nummer zu groß für das deutsch-rumänische Duo. Mit 6:4, 6:4 setzen sich die Kroaten eindrucksvoll durch.

Turin/Coburg - Der zweimalige French-Open-Sieger und Doppelspezialist Kevin Krawietz (Coburg) kassierte mit seinem Partner Horia Tecau zum Auftakt der ATP-Finals in Turin die erwartete Niederlage. Der 29-Jährige aus dem oberfränkischen Ahorn-Witzmannsberg und der 36-jährige rumänische Routinier waren in ihrem ersten Vorrundenmatch im Pala Alpitour in Turin gegen die an Position 1 gesetzten Olympiasieger und Wimbledon-Champions Nikola Mektic/Mate Pavic (Kroatien) chancenlos. Trotz einer engagierten Vorstellung unterlagen sie ihren Kontrahenten, die das Jahr als bestes Doppel in der Weltrangliste abschließen, klar mit 4:6, 4:6.

Zum dritten Mal dabei

Drei Mal bereits hat sich der Wahl-Münchner Krawietz im Doppel für das Finalturnier der Association of Tennis Professionals (ATP) qualifizieren können. Mit seinem Kölner Stammpartner Andreas Mies durfte er nach den French-Open-Siegen 2019 und 2020 bei dieser inoffiziellen Weltmeisterschaft der Tennis-Profis antreten. Beide Male schieden sie nach der Gruppenphase knapp aus. Wegen der Zwangspause von Mies nach einer Knieoperation hat Krawietz die meisten Turniere in diesem Jahr mit Tecau bestritten und das Turnier in Halle mit ihm gewonnen.

In Turin nun boten Krawietz und Tecau den beiden Kroaten, die als dominierendes Doppel in diesem Jahr bereits neun Turniersiege feierten und gegen die sie bereits in den Endspielen in Rotterdam und Toronto den Kürzeren zogen, starke Gegenwehr. Lediglich beim Return taten sie sich schwer und erspielten sich keine einzige Breakchance.

Von null auf hundert

Ganz anders ihre kroatischen Gegenüber: Jene starteten mit breiter Brust quasi von null auf hundert, schafften bereits im ersten Spiel das Break. Ein zweites im ersten Durchgang konnten konnten Krawietz/Tecau beim Stand von 1:3 und 15:40 gerade noch verhindern, indem sie drei Breakbälle abwehrten. Linkshänder Pavic mit kraftvollen Aktionen und sein kongenialer Partner mit technischer Brillanz ließen dennoch zu keiner Zeit Zweifel an ihrem Sieg aufkommen. Auch im zweiten Satz fehlten den Außenseitern in einigen Szenen etwas Glück und insgesamt – trotz ebenfalls spektakulärer Aktionen vor allem von Krawietz – die Mittel, um für die erhoffte Überraschung zu sorgen. Beim Stand von 2:2 und 15:40 gegen den aufschlagenden Oberfranken konnten er und der Routinier an seiner Seite die nächsten beiden Breakbälle noch abwehren, doch den Deciding-Point und damit die Chance zur 3:2-Führung vergab der Witzmannsberger mit einem Doppelfehler.

Das Rebreak schien möglich, als Nikola Mektic für einen Moment verunsichert schien, nachdem ein Ball nach von Krawietz beantragter Überprüfung knapp Aus gegeben worden war und der Kroate sich gleich danach ebenfalls einen Doppelfehler leistete. Doch er kanalisierte seinen Ärger in eine Extra-Dosis Energie und machte mit den Assen Nummer acht und neun die 4:2-Führung perfekt. Obwohl auch Tecau und Krawietz ihr Service nochmals gut durchbrachten, war die Messe bereits gelesen. Nach 5:4-Führung und 40:0 verwandelte Mektic den zweiten von vier Matchbällen – ein würdiger Abschluss einer Glanzvorstellung – mit dem elften Ass seines Teams, das am Ende eine Quote von 90 Prozent mit dem ersten Aufschlag gewonnener Punkte stehen hatte.

Unter Zugzwang

„Natürlich ist man ein bisschen enttäuscht über das Match, aber das ist ja normal“, bilanzierte Krawietz gegenüber der Deutschen Presse-Agentur. „Es ist natürlich ärgerlich, dass wir zwei Breaks bekommen. Wir hätten das schon enger gestalten wollen.“ Aber er fand auch: „Allgemein war es kein so schlechtes Match.“ Nach dieser Auftaktniederlage am Sonntag steht das deutsch-rumänische Duo nun in der Grünen Gruppe am Dienstag bereits unter Zugzwang, da nur die beiden besten Teams der zwei Vierergruppen das Halbfinale erreichen. Ihre weiteren Gegner sind die Australian-Open-Sieger Ivan Dodig/Filip Polasek (Kroatien/Slowakei) und Marcel Granollers/Horacio Zeballos (Spanien/Argentinien).

Tecau deutet Abschied an

„Jetzt ist es quasi K.o.-Phase für uns. Jetzt müssen wir jedes Match gewinnen, um die Gruppe zu überleben“, weiß Krawietz und verspricht: „Wir werden alles dafür tun“. Tecau deutete derweil gegenüber den Medien an, dass er nach den Auftritten in Turin seine glanzvolle Karriere wohl beenden wird. Kevin Krawietz will 2022 wieder mit Andreas Mies antreten.

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