ATP-Turnier in Sydney Krawietz/Mies im Vorwärtsgang

Wollen im Jahr 2022 ihre gemeinsame Erfolgsgeschichte fortsetzen: Andreas Mies (links) und Kevin Krawietz. Foto: imago images/Paul Zimmer

Die zweimaligen French-Open-Sieger gewinnen in Sydney auch ihr zweites Match nach der langen Verletzungspause des Kölners. Mit dem 6:4, 6:3 gegen Bagnis/Hach Verdugo ziehen sie ins Halbfinale ein.

Sydney/Witzmannsberg - Es fühlt sich so an, als wären sie nicht 14 Monate getrennt gewesen. Beim ATP-Turnier der 250er-Kategorie in Sydney haben die French-Open-Sieger von 2019 und 2020 im Doppel, Kevin Krawietz (29 Jahre; Doppel-Weltranglisten-14.) aus dem oberfränkischen Ahorn-Witzmannsberg und Andreas Mies (31; 50.) aus Köln, am Donnerstag auch ihr zweites Match nach ihrem gemeinsamen Comeback auf der Tour gewonnen. Im Viertelfinale bezwangen die an Position 6 gesetzten Deutschen den Argentinier Facundo Bagnis (31; 246.) und den Mexikaner Hans Hach Verdugo (32; 104.) souverän mit 6:4, 6:3.

Nun gegen Bolelli/Fognini

Im Halbfinale treffen sie nun auf die beiden Italiener Simone Bolelli (26; 25.) und Fabio Fognini (34; 111.), die das französisch-britische Gespann Fabrice Martin (35; 28.)/Jonny O’Mara (26; 62.) mit 7:5, 7:5 bezwangen. Vorher hatten sie im Achtelfinale die an 5 gesetzten Jamie Murray (Großbritannien; 25; 19.)/Bruno Soares (Brasilien; 39; 16.) ausgeschaltet.

Mit dem Event in Sydney bereiten sich Krawietz und Mies auf die anschließenden Australian Open in Melbourne vor, bei denen sie ihre gemeinsame Erfolgsgeschichte fortschreiben wollen. Vor der Verletzung, einer Knieoperation und fast einjähriger Zwangspause von Mies hatte das deutsche Daviscup-Doppel Mitte November 2020 seinen letzten gemeinsamen Auftritt gehabt und musste da bei den ATP Finals in London eine knappe Niederlage im Match-Tiebreak hinnehmen. Zwischenzeitlich war Krawietz mit mehreren Ersatzpartnern weiter erfolgreich.

Zwei Siege

Bei ihrer gemeinsamen Rückkehr auf die Tour haben der Oberfranke und der Rheinländer nun mit den ersten beiden Erfolgen angedeutet, dass 2022 wieder mit ihnen zu rechnen sein dürfte. Schon im Achtelfinale des Hartplatz-Turniers, als sie den Niederländer Matwe Middelkoop (38; 30.) und den Österreicher Philipp Oswald (35; 52.) mit 6:7 (2:7), 6:4, 10:5 niederrangen, zeigten sie erneut ihre bekannte Kampfkraft und Nervenstärke, auch wenn spielerisch noch nicht in jeder Phase alles so harmonisch wie vor der Verletzungspause von Mies lief. Doch auch in diesem Bereich waren schon im Halbfinale gegen Bagnis/Verdugo deutliche Fortschritte zu erkennen.

Wie groß das Selbstbewusstsein bei den beiden ist, zeigte die Dominanz bei eigenem Aufschlag, wo das Team des Deutschen Tennis-Bundes mit Quoten von über 70 Prozent gewonnener Punkte sowohl beim ersten als auch beim zweiten Service beeindruckte. Krawietz und Mies ließen im ersten Durchgang nur einen Breakball der Südamerikaner zu, während ihnen selbst im ersten Durchgang ein gewonnenes Break reichte, um ihre Gegner auf die Verliererstraße zu schicken. Hatten Bagnis/Hach Verdugo es versäumt, den Deutschen bei 1:0-Führung mit dem Deciding Point den Aufschlag abzunehmen, wurden sie beim Stand von 2:2 kalt erwischt: Nach 0:40-Rückstand konnten sie zwei Breakchancen von Krawietz/Mies noch abwehren, doch die dritte nutzten jene zum 3:2. Die Gelegenheit, bereits bei 5:3-Führung mit einem weiteren Breakball den ersten Satz zu entscheiden, ließen die French-Open-Sieger noch aus, doch ein souveränes Zu-Null-Spiel bedeutete den Gewinn des ersten Satzes mit 6:4.

Zu-Null-Spiele

Im zweiten Durchgang war es erneut ein schneller Aufschlagverlust von Hans Hach Verduro, der mit dem Entscheidungspunkt nach 40:40 zur 2:1-Führung des DTB-Duos führte. Konnte das argentinisch-mexikanische Gespann bei 1:3-Rückstand und 40:40 mit dem gewonnen Deciding Point den zweiten Aufschlagverlust in diesem Durchgang noch abwehren, ging es dann für die Südamerikaner dahin. Ein Zu-Null-Spiel mit den Assen Nummer drei und vier von Andreas Mies brachte die deutsche 4:2-Führung, doch auch Kevin Krawietz brachte sein nächstes Aufschlagspiel souverän ohne gegnerischen Punktgewinn zur 5:3-Führung durch. Nach 67 Minuten Spielzeit stand nach einem weiteren Break gegen den aufschlagenden Facundo Bagnis und damit dem verwandelten ersten Matchball der klare Viertelfinalerfolg von Krawietz/Mies fest.

Jener macht den beiden Hoffnung, beim Sydney Tennis Classic nun auch im Halbfinale und Endspiel zu bestehen und anschließend beim ersten Grand-Slam-Turnier 2022 besser abzuschneiden als in den vergangenen Jahren. 2019 erreichte Krawietz an der Seite des Kroaten Nikola Mektic die dritte Runde bei den Australian Open, 2020 schied er mit Andreas Mies bereits in der ersten Runde aus. 2021 scheiterte der Witzmannsberger mit Yannick Hanfmann in Runde zwei.

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