Hildburghausen - Peyman hat sogar ein Papier, das ihn als Deutschen ausweist. Jedenfalls im weitesten Sinne dieses Wortes, das in einer nationalstaatlich aufgebauten Welt so viel bedeutet. Die Tinte in diesem Dokument ist kaum getrocknet, als er an diesem Novembernachmittag auf dem Nachhauseweg ist. Mehrere Wochen lang hat der Zehnjährige geübt, um die Prüfung zu bestehen, die er absolvieren musste, ehe ein Amtsträger des deutschen Staates seinen Namen in den kleinen Klappausweis eingetragen hat. Nun hat er das Papier in seiner Tasche und ist so stolz darauf, dass er es zu Hause gleich auspackt und präsentiert. Trotzdem soll Peyman gemeinsam mit seinem Bruder und seinen Eltern nach Italien abgeschoben werden. Vielleicht schon morgen. Vielleicht in einer Woche. Vielleicht in einem Monat. Wie oft er den vertrauten Weg in dieses Zuhause noch nehmen kann, weiß niemand.
Aus der Region Abschiebung nach vier Jahren?
Von Sebastian Haak 24.11.2014 - 00:00 Uhr