München - Pünktlich zum Schulstart ist in der bayerischen Politik ein heftiger Krach um die Hauptschulreform von Kultusminister Ludwig Spaenle, CSU, ausgebrochen. Die Landtags-Grünen halten die Umwandlung der Hauptschulen in Mittelschulen für gescheitert und verstärken ihren Druck für einen Abschied vom dreigliedrigen Schulwesen. Die Übertrittszahlen von der Grundschule auf die Haupt/Mittelschule sind nach Grünen-Angaben auf einem neuen Rekord-Tiefstand: "Die Übertrittsquote ist von 35,3 auf 31,3 Prozent gesunken", sagte Bildungsexperte Thomas Gehring. "Das neue Label Mittelschule zieht nicht." Das Kultusministerium warf den Grünen postwendend die Verbreitung falscher Zahlen vor: "Wir wissen nicht, woher die Grünen das haben. Wir können diese Zahlen nicht bestätigen", sagte Spaenles Sprecher. Das Kultusministerium sieht die Schülerflucht aus der Hauptschule nach der Reform weitgehend gestoppt: "Es besuchen sogar im neuen Schuljahr 5500 Kinder mehr die Haupt- und Mittelschulen, als in der Prognose vorhergesagt", betonte Unger. Außerdem hätten auch die SPD-regierten Städte München und Nürnberg inzwischen freiwillig die Mittelschule eingeführt. "Das ist für uns ein Beleg, dass die Mittelschule gut angenommen wird." Die Mittelschulen sollen die Kinder besser auf den Beruf vorbereiten als die Hauptschule alter Prägung. Zum neuen Schuljahr haben sich die bayerischen Hauptschulen fast flächendeckend in Mittelschulen umgewandelt.