Heldburg - Als er sieben Jahre alt war, wollte Konrad Witt sterben. Er stieg auf eine Mauer der Veste Heldburg. Und sprang. Zehn, zwanzig Meter tief - wie tief er damals fiel, weiß Witt bis heute nicht. Nur, dass er wie durch ein Wunder nicht mal einen Kratzer davon trug. "Wenn ich heute daran denke ...", sagt Witt. "Heute kann ich von der Mauer, auf der ich damals gestanden habe, nicht mal runter schauen. Wahnsinn." Nur ein paar Stunden vor diesem Selbstmordversuch war Witt in das Kinderheim eingeliefert worden, das damals in der Veste Heldburg untergebracht war. Dort war Witt - kaum war er durch das Tor der Anlage gegangen - sexuell missbraucht worden.