Nach Informationen der Neuen Presse sind mehrere Verfahren gegen ihn bei den Staatsanwaltschaften Coburg, Lichtenfels und Meiningen anhängig.

Greiner, der heute Bratwürste in London brät, hatte erst Ende August für neuen Gesprächsstoff in Sonneberg und Umgebung gesorgt. Damals hatte er einer überregionalen Frauenzeitschrift seine Variante einer "Auswanderer-Geschichte" erzählt.

Sein Erscheinen in Sonneberg blieb daher nicht lange verborgen. Auch die Polizei stattete dem Mann in der Nacht zum Samstag einen Besuch ab. Greiner hält sich derzeit in Sonneberg auf, um das Haus seiner Eltern im Sonneberger Stadtteil Oberlind auszuräumen. Das war kürzlich zwangsversteigert worden und hat einen neuen Besitzer.

Der einstige Unternehmer hatte seinen Lebensmittelpunkt vor Monaten nach London verlegt. Als letztes Betätigungsfeld hatte sich Greiner die damals boomende Photovoltaikbranche ausgesucht. Auch das Geschäftsmodell scheiterte. Die Gruppe von mindestens vier Firmen, der Greiner vorstand, war 2011 binnen mehrerer Monate eine um die andere Pleite gegangen. Zahlreiche ehemalige Angestellte warten heute noch auf ausstehende Löhne. Die Liste der Gläubiger füllen zudem zahlreiche ehemalige Geschäftspartner aus dem Raum Coburg und Lichtenfels.

Der einst in der Region politisch und ehrenamtlich sehr aktive Unternehmer verschwand. Offenbar will er sich auch jetzt nicht wieder dauerhaft in Thüringen niederlassen. Dafür dürfte die Tatsache sprechen, dass er am Freitag mit einem Firmentransporter seines britischen Arbeitsgebers in Sonneberg anreiste. Dieser betreibt in London mehrere Imbisse mit deutschen Grillgut. st/cob


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