Kurz nach 7 Uhr fuhr der Reisebus auf einen vorausfahrenden Sattelzug auf, teilt die Polizei am Montagmittag mit. Der Lastwagen, der nach Informationen der Frankenpost Betten und Kissen geladen hatte, fing sofort Feuer. Auch der mit 46 Fahrgästen und zwei Fahrern besetzte Bus stand sofort in Flammen. Für viele Mitglieder der Reisegruppe aus Dresden, die auf dem Weg an den Gardasee war, kam jede Hilfe zu spät.

30 Fahrgäste sind laut Polizei zum Teil schwerverletzt in umliegende Krankenhäuser gebracht worden. "Die verbleibenden Personen dürften wohl in dem brennenden Reisebus ums Leben gekommen sein", teilt die Polizei mit. Nach Informationen der Frankenpost sind 18 Menschen tot. Unter den Toten ist auch der Fahrer des Busses, der Beifahrer wurde schwer verletzt. Die Insassen waren zwischen 41 und 86 Jahre alt.

Im Sana-Klinikum Hof hat man nach der Alarmierung sofort reagiert, anstehende Operationen verschoben und vier „Schwerstverletzten-Plätze“ in der Notaufnahme freigehalten. Auf der Intensivstation wurden laut Klinikum freie Beatmungskapazitäten geschaffen und auch auf der Intermediate Care Station weitere freie Behandlungskapazitäten eingerichtet.


Zur Bergung und Identifizierung der Leichen sind Spezialisten der Rechtsmedizin und des Bundeskriminalamts angefordert. Auf Anordnung der Staatsanwaltschaft Hof ist auch ein Sachverständiger vor Ort und unterstützt die Beamten der Verkehrspolizei Hof bei der Klärung zur Unfallursache.

Experten rätseln, wie der Bus so schnell in Flammen aufgehen konnt. In dem Bereich sei das Tempo auf 120 km/h reduziert, durch den Stau war der Bus viel langsamer unterwegs gewesen. Der unverletzte Lkw-Fahrer berichtete der Polizei, dass der Bus aufgefahren und unmittelbar in Brand geraten war. Durch den Aufprall waren weder der Lkw noch der Bus sehr stark beschädigt, erst durch das Feuer.

Bei der Reisegruppe handelt es sich um Männer und Frauen aus Sachsen. Die Verletzten werden in den Krankenhäusern zusätzlich seelsorgerisch betreut.






Etwa 200 Einsatzkräfte der Rettungsdienste, Feuerwehren, Technischem Hilfswerk und der Polizei Oberfranken sind vor Ort. Es waren auch mehrere Rettungshubschrauber im Einsatz. Die A9 wird in Fahrtrichtung Süden über den ganzen Tag komplett gesperrt bleiben. Die Fahrbahn in Richtung Norden ist für den Verkehr wieder freigegeben. Seit 11.30 Uhr rollen Leichenwagen zur Unfallstelle.






Zentrale Rufnummer für besorgte Angehörige nach Busunfall

Eine zentrale Telefonnummer für besorgte Angehörige ist inzwischen eingerichtet worden. Unter der Rufnummer 0800 / 7766350 können sie sich an die Gemeinsame Auskunfts- und Vermisstenstelle wenden, wie die Polizei mitteilte. Auch Zeugen könnten sich hier melden.


Durch das Feuer der beiden Fahrzeuge hatte auch der angrenzende Wald Feuer gefangen. Der Brand wurde schnell gelöscht.



Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt und Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (beide CSU) kommen nach dem schweren Reisebusunfall an die Unfallstelle. Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) verließ am Montagvormittag die gemeinsame Vorstandssitzung von CDU und CSU in Berlin, um sich am Unfallort bei Münchberg ein Bild von dem Geschehen zu machen. Wie Herrmanns Sprecher am Montag in München sagte, nehmen beide einen Hubschrauber aus Berlin und treffen voraussichtlich gegen 12.30 Uhr nahe Münchberg ein. Sie wollten sich ein Bild von der Lage machen und mit den Einsatzkräften sprechen.

Der Bamberger Erzbischof Ludwig Schick hat zu Gebeten für die Opfer des Busunfalls in Oberfranken aufgerufen. «Schrecklicher Busunfall auf der A9 bei #Münchberg im @BistumBamberg: Beten wir für die Opfer, unsere Gedanken sind bei den Angehörigen!», twitterte Schick am Montag.

Der Hofer Landrat Dr. Oliver Bär ist am Morgen von der Einsatzstelle benachrichtigt worden und steht seitdem in ständigem Kontakt mit dem Kreisbrandrat. „Falls etwas gebraucht wird, können wir sofort reagieren.“ Das schwere Unglück habe ihn sehr betroffen gemacht, erklärt der Landrat. „Wenn man Münchberg und Autobahn hört, hat man natürlich sofort die Bilder von Deutschlands schlimmster Massenkarambolage im Kopf.“ Sein Mitgefühl gelte den Opfern und in Gedanken sei er auch bei den Einsatzkräften vor Ort. „Sie leisten den Hauptteil.“

Bär lobt in diesem Zusammenhang das reibungslose Ineinandergreifen aller Helfer, nur dadurch sei so ein Ereignis überhaupt zu bewältigen. „Ich bin überaus dankbar für diese Einsatzbereitschaft, die viele ehrenamtlich leisen.“ Der Landrat hält es für extrem wichtig, dass die Retter psychologische Betreuung von speziell geschulten Teams erfahren, und zwar gleich vor Ort. „Man kann sich vorstellen, welche Bilder man bei so einem Einsatz sieht, all das gilt es zu verarbeiten.“

Sachsens Ministerpräsident Stanislaw Tillich hat sich tief bestürzt von dem schweren Busunglück auf der A9 in Oberfranken gezeigt. «Mit großer Betroffenheit habe ich den schrecklichen Unfall einer sächsischen Reisegesellschaft aufgenommen», ließ der CDU-Politiker am Montag aus dem Urlaub verlauten. Das Geschehen mache ihn sehr traurig. Den Familien und Freunden der Opfer drückte er seine Anteilnahme aus. «Den Verletzten wünsche ich schnelle und vollständige Genesung.» Tillich dankte den Rettungskräften und «unseren bayerischen Freunden... für ihren schwierigen Einsatz und wünsche ihnen viel Kraft».