Ehrung für die Waldbühne Heldritt. Foto: NP-Archiv/Dieter Ungelenk
In Nürnberg wurde am Mittwochabend der Heimatpreis verliehen. Damit werden Bürgerinnen und Bürger gewürdigt, die sich in beispielhafter Weise für ihre Heimat engagieren und so dazu beitragen, dass Bayerns Reichtum an Natur, Geschichte und Traditionen auch in Zukunft erhalten bleibt.
Finanz- und Heimatminister Albert Füracker überreichte den Preis bei einem Festakt im Atrium des Bayerischen Staatsministeriums der Finanzen und für Heimat am Dienstsitz in Nürnberg. Unter den Preisträgern befinden sich auch zwei Initiativen aus dem Raum Coburg – und zwar das Coburger Friedensdankfest in Meeder sowie der Heimatverein Heldritt mit seiner Waldbühne.
Die Preisträger aus Meeder. Foto: Finanzministerium
Seit 1857: Das Friedensfest
Das Coburger Friedensdankfest in Meeder blickt auf eine historische Tradition zurück, die bis ins Jahr 1650 reicht. Damals erließ Herzog Friedrich Wilhelm II. von Sachsen-Altenburg nach dem Ende des Dreißigjährigen Krieges die Anordnung, in der gesamten Region Friedensfeste zu feiern. Seit 1857 ist das Friedensfest in Meeder belegt und hat sich bis heute erhalten. Jährlich findet am Sonntag nach dem Festtag des heiligen Sebald (19. August) in Meeder nach einem Festgottesdienst ein Marktfest statt. Im Rahmen dieses Festes werden unter dem Motto „Frieden“ Vorträge, Konzerte und Ausstellungen präsentiert, die die Bedeutung des Friedens lebendig und erlebbar machen.
Seit 1971 wird dieses Fest zudem alle zehn Jahre in der gesamten Region gefeiert. Die Ortsgemeinschaft Meeder und die evangelische Kirchengemeinde pflegen diese Tradition nicht nur, sondern halten sie aktiv lebendig. Das Friedensmuseum dokumentiert die Geschichte und Bedeutung des Friedensdankes und trägt dazu bei, das Bewusstsein für diese wertvolle Tradition zu bewahren. Im Jahr 2022 wurde das Friedensdankfest in das Bayerische Landesverzeichnis des Immateriellen Kulturerbes aufgenommen.
Die Preisträger aus Heldritt. Foto: Finanzministerium
Zweitgrößte Freilichtbühne Oberfrankens
Die Waldbühne Heldritt wird seit 1930 bespielt und seit 1950 durch den Heimatverein Heldritt e. V. getragen. Eine Besonderheit dieses Freilichttheaters besteht darin, dass hier nicht nur Theaterstücke aufgeführt werden. Die Produktion von bis zu zwei Operetten im Jahr verleiht dieser Bühne ein eigenes Profil, stellt aber auch hohe Anforderungen an den Trägerverein.
Mitten im Wald gelegen bietet die Naturbühne eine einmalige Kulisse und ist zugleich mit etwa 800 überdachten Sitzplätzen die zweitgrößte Freilichtbühne in Oberfranken. Jährlich begeistern die Aufführungen fast 30.000 Zuschauerinnen und Zuschauer.