Aussichtsplattform im Weinberg Ebelsbach stimmt für touristischen Info-Punkt

Günther Geiling

Zwischen Steinbach und Ziegelanger soll ein Aussichtspunkt entstehen. Diskussionsbedarf gibt es im Hinblick auf Parkplätze sowie auf sanitäre Anlagen.

Im oberen Bereich auf den Flächen mit der Verbuschung und dem Grünbewuchs zwischen den alten Weinbergsmauern soll der „Aussichtspunkt Terroir f“ entstehen. Foto: /Günther Geiling

Der Gemeindeverbund „Abt-Degen-Weintal“ plant die Errichtung eines weinbautouristischen Informationspunktes namens „Terroir f“ im alten Weinberg zwischen Steinbach und Ziegelanger. Als Projektträger und Bauherr tritt die Gemeinde Ebelsbach auf. Deswegen erteilte sie dem Bauantrag das Einvernehmen und leitete ihn zur Genehmigung an das Landratsamt Haßberge weiter.

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Wie in einer Grobplanung zu erkennen war, soll in den Weinbergen eine zum Teil überdachte Aussichtsplattform mit Sitzgelegenheiten und Informationstafeln errichtet werden. Der Aussichtspunkt ist über eine neu zu bauende Treppe erreichbar, die Flächen um die Plattform werden durch Entbuschung und Anpflanzung von Weinstöcken neugestaltet und aufgewertet.

Bürgermeister Martin Horn (SPD) stellte die Planung vor und meinte, dass öffentliche Belange dem Vorhaben aus Sicht der Bauverwaltung nicht entgegenstünden beziehungsweise durch Auflagen der Fachbehörden wie der unteren und oberen Naturschutzbehörde eine Kompensation erreicht werde. Eine ausreichende Erschließung liege vor. So werde das Niederschlagswasser versickert und in Gräben abgeleitet. Eine Wasserversorgung und Kanalleitung sei nicht notwendig. Es sei ein Projekt, das vom „Abt-Degen-Weintal“ erarbeitet wurde. Die Gemeinde beteilige sich allerdings daran mit einem Zuschuss von 10 000 Euro.

Zweiter Bürgermeister Andreas Hoch (BNL) brachte einige Bedenken aus der Bürgerschaft vor. So sei die Parksituation in Steinbach jetzt schon angespannt und man befürchte weitere Probleme. Wenn man schon Geld in die Hand nehme, dann sollte man die Möglichkeit sanitärer Anlagen in Betracht ziehen. Sie wäre dann auch sinnvoll, wenn dort einmal eine Feier abgehalten werde. Corinna Geisel (SPD) brachte in der oberen Zufahrt das Problem von Parkplätzen ins Gespräch und ob man vielleicht auch für Behinderte einen oder mehrere Stellplätze ausweisen könnte. Bürgermeister Horn vertrat dazu die Meinung, dass eine solche sanitäre Erschließung nicht angedacht sei. Man bräuchte dann den Standard für Trinkwasserleitung und dazu wäre die Zuleitung zu lange und auch für eine Abwasserleitung wäre der Aufwand zu hoch.

Seine Überlegung wäre es, am Ortseingang aus Richtung Ziegelanger einen geschotterten Parkplatz zu errichten. Das würde die Parksituation im Ort entspannen. Eine sanitäre Anlage erfordere auch einen entsprechenden Unterhaltungsaufwand. Jedoch werde man sich weitere Gedanken darüber machen. Man könne von dort auch einen direkten Fußweg entlang eines Wasserabflusses von den Weinbergen hinauf zum Aussichtspunkt gestalten. Der vorliegende Bauplan für den “Terroir-f-Aussichtspunkt“ wurde dann einmütig beschlossen.

Aufgrund des dringenden Baubedarfs an Wohnbauflächen war eine Anpassung und Änderung des Bebauungsplans „am Ebelsbach“ erfolgt. Dadurch werden zwei weitere Bauparzellen möglich und die Erschließung über die bereits bestehende Verkehrsfläche „Schützenplatz“ ist gegeben. In diesem Zusammenhang wurden von Ratsmitgliedern auch angefragt, wie es denn mit dem Baugebiet „Eichholz“ in Schönbrunn stehe. Ebenso gebe es in Schönach Baubedarf. Hierzu stellte der Bürgermeister aber fest, dass die Gemeinde dort schon einmal habe Flächen ausweisen wollen, was aber in der Form nicht gewünscht worden sei. Derzeit gebe es dort auch keine Möglichkeit. Allerdings seien dort noch drei unbebaute Bauplätze vorhanden, vielleicht könnte man auch diese Besitzer einmal anfragen.

Hinsichtlich des „integrierten städtebaulichen Entwicklungskonzeptes“ (ISEK) wurde einer Erweiterung des Untersuchungsgebietes zugestimmt. Der Gemeinderat beschloss entsprechend einem Antrag aus einer vorangegangenen Sitzung eine Erweiterung der Untersuchungen für die Altorte Ebelsbach und Gleisenau mit dem Bereich des Bahnhofsumfeldes sowie dem Umfeld des Feuerwehrhauses in Gleisenau.

Der Gemeinderat wurde in einer vorausgegangenen Sitzung darüber informiert, dass es die Möglichkeit gibt, Alt-Feuerwehrfahrzeuge als Spende in die Ukraine zu geben. Hier kam in der Gemeinde das alte HLF 16/16 der Feuerwehr Ebelsbach infrage, für welches im März 2022 das neue TLF 3000 gekauft wurde. Bürgermeister Martin Horn teilte mit, dass der Landesfeuerwehrverband Bayern für Ende Mai/Anfang Juni einen zweiten Konvoi plane, der Altfahrzeuge über Polen ins Kriegsgebiet der Ukraine bringe.

Nach derzeitigem Planungsstand würden die zur Verfügung gestellten Spendenfahrzeuge über Passau zur Feuerwehrschule des Bezirks der Stadt Nisko in Polen gebracht und dort zur Weitervergabe an Feuerwehren in der Ukraine übergeben. In Absprache mit dem Kreisbrandrat würde das Fahrzeug von Ebelsbach mit Baujahr 1985 voll bestückt und auch mit vier Atemschutzgeräten übergeben. Dem stimmte der Gemeinderat zu.

Bürgermeister Horn informierte auch über die mit der Gemeinde Stettfeld gemeinsam eingerichtete Unterkunft für Ukraine-Flüchtlinge in der ehemaligen Schule in Stettfeld, die sehr schön gestaltet worden sei. Die beiden Bauhöfe hätten hier zusammen geholfen und auch die Hilfsbereitschaft der Bürger sei sehr groß gewesen. So hätte sich auch ein „Helferkreis“ gebildet. Es seien dort vor einiger Zeit 60 Personen untergebracht worden. Teilweise seien sie später auf andere Orte verteilt worden. Derzeit seien nur noch zwei Zimmer belegt. Man könne davon ausgehen, dass auch diese bald leer stünden. „Aufgrund des hohen Aufwandes ist das eigentlich schade. Aber wir haben unser Möglichstes für die Unterbringung von Flüchtlingen getan und sogar eine Kleiderkammer in Ebelsbach eingerichtet. Aber auf der anderen Seite ist es auch gut, dass dann alle Flüchtlinge privat untergekommen sind,“ meinte Bürgermeister Horn.