Ausstellung Coburg Ohne Veste geht es nicht

Der Coburger braucht seine Veste. Um ihm die Vielseitigkeit seines Wahrzeichens zu demonstrieren, wird der Veste eine besondere Ausstellung gewidmet

Coburg - Sie ist mehr als nur das bekannteste Wahrzeichen der Stadt, fränkische Krone und beliebtes Touristenmotiv: Für die Coburger ist ihre Veste ein Erkennungsmerkmal und ein wichtiges Stück Heimat. „Als Kinder hatten wir den Wettbewerb, wer die Veste zuerst erblickt. Egal ob von Süden, Westen, Norden oder Osten, sie ist von allen Richtungen weithin sichtbar“, schwärmt Bürgermeister Thomas Nowak. „Sie ist ein Blickfang für die gesamte Region.“

Unzählige Male wurde die Burganlage bereits gezeichnet, fotografiert oder modelliert. Seit 1994 ist die Veste sogar im Stadt-Logo abgebildet. Mit der neuen Ausstellung „Vesteblick“ will Kuratorin Christine Spiller nun die schönsten Exponate rund um das Wahrzeichen ausstellen.

„Wahrscheinlich hat jeder Hobbymaler aus der Region mindestens einmal in seinem Leben die Veste verewigt“, erklärt Spiller. „‚Da ist doch die Veste drauf’ ist wahrscheinlich der häufigste Satz, den ich von den Coburgern zu hören bekomme.“ Mehr als 250 Suchtreffer sind in der Kartei unter dem Suchbegriff zu finden. Doch nicht alle Stücke können in die städtische Sammlung aufgenommen werden.

„Das oberste Kriterium ist ein starker Bezug zu Coburg“, erläutert die Kuratorin. Dieser sei gegeben, wenn ein Gegenstand in Coburg hergestellt wurde, eine enge Beziehung zur Stadtgeschichte beziehungsweise zu bekannten Persönlichkeiten der Stadt aufweise. „Daher haben wir uns für unsere Ausstellung auch für Werke von bekannten lokalen Künstlern entschieden. Außerdem zeigen wir noch Teller, Becher, Krüge und Kupferstiche, auf denen die Veste abgebildet ist.“

Die Idee für die Sommerausstellung reifte vor dem Hintergrund der anhaltenden Pandemie. „Eigentlich werden vergleichbare Ausstellungen mit großen Eröffnungsfeiern und Führungen eröffnet. Das ist leider momentan nicht möglich. So entstand die Idee für eine Ausstellung, die sowohl analog als auch digital präsentiert wird“, schildert Kuratorin Christine Spiller.

Im Rückert 3 ist daher bis zum 3. Oktober eine Wand, ein Flachbildfernseher und bei Bedarf sogar ein weiterer Raum reserviert, wo Besucher und Coburger ihr schönstes Veste-Motiv präsentieren können.

Zu den Exponaten gehört auch ein Holzintarsienbild von Reinhold Artman (1930). Der Künstler war Mitglied der Coburger Landesversammlung, die den Anschluss Coburgs an Bayern beschloss. Artmann votierte jedoch für Thüringen und legte 1920 sein Amt nieder. Sein Kunstwerk wurde erst in diesem Jahr in die Sammlung aufgenommen. „Die meisten Gegenstände kommen überwiegend aus Schenkungen. erklärt Spiller.

„Unser Wahrzeichen sieht von jeder Seite anders aus und wird dadurch zu einem vielseitigen Motiv“, betont Kulturamtsleiter Norbert Anders. „Ein Veste-Blick ist ja fast schon eine elementare Voraussetzung für eine Wohnung.“

Auf den Facebook- und Instagram-Kanälen der Stadt sind außerdem zwei „Instawalks“ zu nicht immer zugänglichen Aussichtspunkten mit bestem Vesteblick geplant. Die Führungen sind als Ergänzung gedacht. Ein entsprechendes Konzept wird aktuell noch erarbeitet.

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