Ausstellung in Kronach Springende Hunde beim Kunstverein

Bis zum Wochenende noch zeigt der Kunstverein Arbeiten des spanischen Künstlers José Noguero. Präsentiert werden unter anderem Tiere, die eine alte Geschichte erzählen.

Eines der Kunstwerke von José Noguero. Foto: Sabine Raithel

Manche Arbeiten, insbesondere seine großformatigen Interpretationen von Landschaften, Himmel und Wolkenformationen, wecken Assoziationen an die großen Maler der italienischen Renaissance, an die Farben und das Spiel mit Licht und Perspektive in den berühmten Deckenfresken oder Gemälden. Und tatsächlich nennt José Noguero, befragt nach seinen Inspirationsquellen, Vertreter der venezianischen Malerei wie Tintoretto oder Tizian.

Nach der Werbung weiterlesen

Noguero transferiert diese Einflüsse in die Neuzeit. Seine expressiven Pinselstriche kreieren den Raum auf eine konstruktivistische Weise. Farb- und Strukturschichten, die sich immer wieder überlagern, verleihen den Bildern Tiefe, sodass seine Landschaften nur im weitesten Sinne als solche zu lesen sind und zunehmend eine Tendenz zur Gegenstandslosigkeit erkennen lassen. Das Spiel der Blätter eines Baumes im Wind, Sonnenstrahlen, die durch ein Blätterdach scheinen, das Spiel der Wolken am Sommerhimmel: Die Bilder von José Noguero vermitteln ein Gefühl befreiender Leichtigkeit – jedoch ohne Pathos. Sie sind ein Balancieren zwischen nahezu barockem Verlangen, Überschwang und Dynamik einerseits sowie puristischer Reduktion andererseits.

Was zu sehen ist

Die bildhauerischen und malerischen Darstellungen von Hunden, die im Kronacher Kunstverein zu sehen sind, sind ein augenzwinkerndes Zitat aus einer Gemäldeserie Tizians, die sich mit der Mythologie von „Diana und Acteon“ befasst. Darin wird beschrieben, wie sich der besessene Jäger Acteon mit seinen Hunden der badenden Göttin der Jagd, Diana, und ihren Nymphen nähert und diese belauscht. Erbost darüber, verwandelt Diana Acteon in einen Hirschen, der sodann von seinen eigenen Hunden zerfleischt wird. José Noguero stellt diese Hunde, die er gleichsam als Urängste interpretiert, als kleine, eher possierliche Tiere dar: niedlich, verspielt und neugierig – doch keinesfalls bedrohlich.

Daneben zeigt der Kronacher Kunstverein Fotografien des Künstlers, mit denen er die Vergänglichkeit des Augenblicks darstellt. Momentaufnahmen aus seinem Atelier, die wiederum die große Leidenschaft und den geschärften Blick des Künstlers für Formen, Strukturen und Farbe unter Beweis stellen.

Wer ist der Künstler?

José Noguero, 1969 in Barbastro, Huesca (Spanien) geboren, studierte Bildhauerei und Malerei in Barcelona. Er vertiefte seine Studien in Amsterdam und Bristol. Arbeitsstipendien führten ihn nach Rom und Neapel; nach Ligaraj (Indien) kam er durch einen Studienaufenthalt. Dort beschäftigte er sich mit indischer Steinbildhauerei. Seit 1999 lebt und arbeitet er als freischaffender Künstler in Berlin. Die Arbeiten von José Noguero werden in internationalen Ausstellungen gezeigt und sind Teil renommierter Sammlungen wie die des Museo de Arte Contemporáneo Reina Sofia, Madrid.

José Noguero: „Bühnen und Landschaften“. Die Ausstellung mit Malerei, Skulptur und Fotografie ist bis Sonntag, 14. Juli, in der Galerie des Kronacher Kunstvereins zu sehen. Der Eintritt ist frei.