Ausstellungsraum „Rückert 3“ schließt Kindermuseum vor dem Aus?

Dieter Koch

Im „Rückert 3“ können Jung und Alt bis Ende November in die Geschichte des Coburger Handwerks schauen. Die fünfte Ausstellung der Initiative Stadtmuseum und der städtischen Sammlungen könnte die letzte ein.

Dem Coburger Handwerk im Wandel der Zeit ist das Kindermuseum im Rückert 3 in diesem Jahr gewidmet. Foto: Dieter Koch

Wer kennt heute noch des Schusters Leisten oder die Gussformen des Zinngießers? Im Ausstellungsraum „Rückert 3“ sind sie zu bestaunen, die Handwerkszeuge von Anno dazumal. Zum fünften Mal präsentiert und erläutert das „Kindermuseum“ im „Rückert 3“ Schätze aus den Städtischen Sammlungen. Es ist ein Museum auf Zeit, das bislang stets auf die Kinderkulturwoche in den Herbstferien begrenzt war. Diesmal geht es in die Verlängerung: Bis Ende November lädt die Schau Alt und Jung zum Besuch ein.

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So sehr sich Rupert Appeltshauser, der Vorsitzende der Initiative Stadtmuseum, darüber freut, so besorgt blickt er in die Zukunft: Kürzlich hat der Stadtrat die Schließung des Coburger Puppenmuseums in der Rückertstraße besiegelt – und damit das Aus für den städtischen Ausstellungsraum „Rückert 3“, der seit 2019 lokaler Kunst und Kultur ein Forum bot. Auch dem „Kindermuseum“, das fünf Jahre lang mit großem ehrenamtlichem Einsatz auf die Beine gestellt wurde und nun ins Leere zu laufen droht.

Seine Zukunft hänge nun davon ab, „was die Stadt für ihre Ausstellungskultur tun wird bzw. in welchen Formen das geschehen kann“, so Appeltshauser. Er hofft und bemüht sich darum, dass die Museumslandschaft nicht nur eingeschränkt, sondern in neuer Ausrichtung eher gestärkt wird.

Die beiden Kuratoren des „Kindermuseums“, Christian Boseckert von den Städtischen Sammlungen und Dieter Koch von der Initiative Stadtmuseum Coburg, betonen, dass auch Themen wie „Handwerk“ in einer künftigen Präsentation Berücksichtigung finden sollten. Gerade das Handwerk habe das Leben in den Städten über Jahrhunderte geprägt. Exemplarisch zeigt das die Ausstellung mit einer von zahlreichen Zunfttruhen, mit Emil Maurers Gemälde der Gerberhäuser am Hahnfluss oder Tonwaren aus dem Nachlass der Töpfermeister Matthai und Eckardt. Neben den Vitrinen gibt es zu jedem Beruf Einführungstexte, die in der Ausstellung zu sehen sind, die aber auch zu Hause auf der Webseite der Initiative Stadtmuseum gelesen werden können. Neben den Objekten aus dem Fundus der Sammlungen ist auch ein Exponat des Puppenmuseums zu sehen: ein Miniatur-Süßwarenstand, wie man ihn von Weihnachtsmärkten kennt.

Zusätzlich wird ein „Actionbound“ angeboten: Per Smartphone führt die digitale „Schnitzeljagd“ durch Coburg zu Orten, die etwas mit dem Handwerk zu tun haben. Dazu zählen alte Häuser, aber auch deren modernes Pendant, ebenso Zunftzeichen, Straßennamen oder Brunnen mit Bezug zum Thema wie der Gerberbrunnen. Dazu wird im Bound jeweils ein Objekt aus den Städtischen Sammlungen vorgestellt. Daneben gibt es auch noch Aufgaben zu bewältigen, sodass der Bound durchaus unterhaltend ist.

Bis 30. November, Dienstag bis Sonntag von 11 bis 16 Uhr. Am 30. November ist der Eintritt in das Puppenmuseum und Rückert 3 frei. Um 11 Uhr bietet Dieter Koch eine Führung an. Anmeldung erbeten: Coquus22@gmail.com