Auszeichnung in den Haßbergen Besondere Ehre für Susanne Kastner

Christian Licha
Zur Ehrenvorsitzenden im SPD-Unterbezirks Rhön-Haßberge wurde die ehemalige Bundestagsabgeordnete Susanne Kastner (Zweite von links) ernannt. Ihr gratulierten die Unterbezirksvorsitzenden Johanna Bamberg-Reinwand (links) und René van Eckert (rechts) sowie ihre einstige Kollegin im Bundestag und persönliche Freundin, Petra Ernstberger aus Oberfranken (Dritte von links). Foto: /Christian Licha

Die ehemalige Bundestagsabgeordnete und frühere Bundestagsvizepräsidentin wurde zur Ehrenvorsitzenden des SPD-Unterbezirks Rhön-Haßberge ernannt. Bei der Feier gratulierten zahlreiche Weggefährten.

Die größte Ehre des SPD-Unterbezirks Rhön-Haßberge empfing die ehemalige Bundestagsabgeordnete und frühere Bundestagsvizepräsidentin Susanne Kastner am Samstag bei einer festlichen Veranstaltung in ihrem Heimatort Maroldsweisach. Zahlreiche Wegbegleiter der 75-Jährigen feierten im Saal der Brauerei Hartleb die engagierte Bundespolitikerin, als sie zur Ehrenvorsitzenden des SPD-Unterbezirks Rhön-Haßberge ernannt wurde.

„Susanne Kastner prägte unseren Unterbezirk, unsere Region, Bayern und Deutschland“, sagte Johanna Bamberg-Reinwand aus Zeil, eine der Unterbezirksvorsitzenden, die auch den SPD-Kreisverband Haßberge anführt. Auch ihr Amtskollege René van Eckert aus Mellrichstadt, ebenfalls Unterbezirksvorsitzender und Kreisvorsitzen der der SPD in Rhön-Gradfeld, freute sich mit Susanne Kastner, eine derart erfolgreiche Politikerin in den eigenen Reihen zu wissen. Auch Maroldsweisachs Bürgermeister Wolfram Thein sprach ein Grußwort und sah sich stolz, dass Susanne Kastner ihre Heimat in seiner Marktgemeinde hat.

„Als ich im Herbst 2013 meine neue Aufgabe als Bundestagsabgeordnete und damit als Nachfolgerin Susanne Kastners in der Bundeshauptstadt angetreten habe, war mir durchaus bewusst, dass ich in große Fußstapfen trete“, sagte Staatssekretärin Sabine Dittmar, die krankheitsbedingt verhindert, mit einer Videobotschaft gratulierte. „Es ist nicht übertrieben, wenn ich sage, dass meine Vorgängerin in Berlin so etwas wie eine Grande Dame der SPD war und ist. Eine, die man kennt und schätzt. Aber auch in Anführungszeichen ‚fürchtet’“.

Mit der ehemaligen Bundestagsabgeordneten Petra Ernstberger aus Oberfranken hielt eine enge Freundin Kastners die Laudatio auf die Haßberglerin, die trotz ihres Ruhestandes in der Bundespolitik noch immer die Vorsitzende des SPD-Ortsvereins Maroldsweisachs ist. „Du warst eine gute Vizepräsidentin, die sicher, mit Humor, Gefühl und auch einer gewissen Strenge das Regiment geführt hat. Und du hast deine eigenen Akzente gesetzt. Dein heimisches Fränkisch, besser Unterfränkisch, das du nie verstecken wolltest und konntest, hat das Parlament oft zum Schmunzeln gebracht und dadurch zu einer gewissen Leichtigkeit verführt, wo es angemessen war“, so Ernstberger, die sich neben den vielen gemeinsamen Stunden im Bundestag und an privates gerne erinnert: „Gemütliche Abende konnten wir in unseren Wohnungen mit rumänischen und fränkischen Wein genießen und dabei sehr gute Gespräche führen“. Als Sprecherin des Seeheimer Kreises, habe sich Kastner im Parlament für die Stärkung der Frauen aktiv eingesetzt und sich intensiv ihrer zweiten Leidenschaft gewidmet, der deutsch-rumänischen Parlamentariergruppe. Ernstberger betonte: „Hier ging dein Engagement weit über das normale Maß einer Vorsitzenden hinaus. Du hast eigenhändig ein Waisenhaus in Rumänien gegründet, die Kinder nach Deutschland zu dir nach Hause eingeladen, hast Kleiderspenden gesammelt und Fahrten nach Rumänien organisiert“. Das Land habe das wohl registriert und Kastner mit vielen Würdigungen ausgezeichnet, darunter die Ehrendoktorwürde.

Etwas besonders, das auch noch einen guten Zweck fördert, hatten sich Johanna Bamberg-Reinwand und René van Eckert ausgedacht. Aus einem Nachlass eines Münchner SPD-Urgesteins haben die beiden Vorsitzenden ein altes Poster ergattern können, das Willy Brand während einer Wanderung in Bielefeld zeigt. Bei der Versteigerung der Rarität bekam ein Parteimitglied aus dem Unterbezirk den Zuschlag für stolze 340 Euro. Dieses Geld wandert in den Spendentopf der Rumänien Soforthilfe e. V. 1992 wurde dieser Verein unter der Leitung von Susanne Kastner gegründet und ins Vereinsregister eingetragen.

Der Verein zählt mittlerweile 120 Mitglieder. 2003 kam die gleichnamige Stiftung hinzu, die das Haus der Freundschaft errichtete, um Kindern aus dem geschlossenen Kinderheim in Lipova ein neues echtes Zuhause geben zu können. mittlerweile gibt es mehrere diese Häuser in der Stadt, in der Kinder gemeinsam mit ihren Pflegeeltern Haushaltshilfe und Erzieherin leben und aufleben. Weitere Infos zum Rumänien Soforthilfe gibt es unter www.rumaeniensoforthilfe.de.

 

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