Wie sollte man vorgehen, wenn man sich nicht sicher ist, ob ein Pilz giftig ist?
Grundsätzlich gilt, im Zweifel lieber weg damit. Wer vorhat, Pilze zu essen, muss sich zu 100 Prozent sicher sein, dass sie genießbar sind. Früher konnten sich unsichere Sammler in Apotheken beraten lassen. Mittlerweile gibt es viele preiswerte Fachbücher mit detaillierten Abbildungen und Beschreibungen, die Anhaltspunkte geben können. Ansonsten empfehle ich, sich an erfahrene Sammler zu wenden. Auch ich helfe gerne weiter. Jedoch berate ich nie am Telefon, das wäre zu unsicher. Besondere Vorsicht ist bei genießbaren und giftigen Doppelgängern geboten. Manchmal unterscheiden sie nur Kleinigkeiten. Beispielsweise ähneln sich Steinpilz und Gallenröhrling sehr. Wer beim Schwammern einen Fehlgriff macht, sollte die Pilze übrigens wieder so auf den Boden stellen, wie sie wachsen, nämlich mit der Kappe nach oben.
Weshalb?
Es ist für mich eine Unsitte, Pilze, die man auf den ersten Blick nicht erkennt, einfach umzustoßen und liegenzulassen. Denn Pilze verwandeln abgestorbene Pflanzen in wertvollen Humus und sind Teil einer Symbiose. Sie ermöglichen Pflanzen, Nährstoffe aus dem Boden aufzunehmen. Die Pflanzen wiederum ermöglichen den Pilzen, durch die Fotosynthese zu wachsen. Es ist ein Geben und Nehmen. Wird das Wurzelwerk - der größte Teil der Pilze - beschädigt, ist der Kreislauf gestört. Deshalb rate ich auch davon ab, Pilze aus dem Boden zu reißen oder zu drehen, sondern die Früchte unten am Stiel abzuschneiden.
Wie sollte man gesammelte Pilze transportieren?
Pilze sind empfindlich. Am besten eignen sich für ihren Transport deswegen luftdurchlässige Körbe oder offene Tragetaschen. Auf Plastiktüten sollte hingegen unbedingt verzichtet werden, da die Pilze in ihnen schwitzen und dadurch ungenießbar werden können.
Haben Sie Tipps für die Zubereitung?
Bevor die Pilze auf dem Herd weiterverarbeitet werden, sollten sie mit einem Messer gut gereinigt werden. Ich empfehle, sie nicht zu waschen oder in ein Wasserbad zu legen. Denn dadurch verwässert ihr Geschmack.
Darf man eigentlich so viele Pilze sammeln, wie man möchte?
Nein, erlaubt ist nur eine Haushaltsmenge, also nicht mehr als man selbst oder die Familie essen kann. Das ist im Naturschutzgesetz verankert. Mit einem Wäschekorb loszuziehen, ist verboten. Auf Flächen, die als Naturschutzgebiete deklariert sind, ist das Sammeln vollständig verboten. Übrigens sollte man auch Sorten mit hohem Seltenheitswert lieber stehen lassen, um sie zu schonen. Darunter fallen im Fichtelgebirge der Rothütige Steinpilz, der Kiefern-Steinpilz oder die Breitblättrige Glucke. Sie wächst vor allem in der Umgebung von Tannen und sieht aus wie eine abgeflachte weißlich-gelbe Kugel mit sehr groben Strukturen.