Bad Rodach - Es ist ein Traum in Weiß. Drapiert auf einen weich gepolsterten Kleiderbügel, an dem kleine Mottensäckchen baumeln, thront das Hochzeitskleid seit Kurzem im Bad Rodacher Heimatmuseum. Eine schmale Braut muss es gewesen sein, die es einst trug, irgendwann in den 1940er Jahren. "Schau mal, diese Schleppe", sagt Hedda Hanft, nimmt das Kleid, breitet die filigrane Schleppe aus, zeigt auf die elegante Knopfreihe im Rückenbereich. Am Kragen steckt noch ein Sträußchen der Hochzeitsblumen. "Vielleicht abgestimmt auf den Anstecker des Bräutigams", überlegt die 59-Jährige. Jahrelang schlummerte der Kleidertraum im Depot des Bad Rodacher Rückertkreises, der das Heimatmuseum unterhält. Nun hat Hedda Hanft es hervorgeholt. "Leider weiß man nicht, wer es einst getragen hat. Und einen großen materiellen Wert hat es auch nicht. Aber gerade deshalb darf man es auch mal anfassen und herzeigen", sagt sie.