Die Bad Rodacher Johanniskirche hat schon so Einiges hinter sich: Den 30-jährigen Krieg, als ein Feuer das Dach des Landhauses auffraß. Einen Blitzeinschlag, der 1648 den Kirchturm und das provisorische Dach traf. Und nun – im 21. Jahrhundert – immer wiederkehrender Vandalismus, Brandstiftung und blindwütige Zerstörung kunsthistorischer Buntglasfenster. Vermutlich am 19. Mai dieses Jahres schlugen Eindringlinge in dem Gotteshaus eine goldene Lichtabdeckung kaputt, zerschmetterten die Leuchten in tausend Teile, wie Pfarrer Christian Rosenzweig erzählt und hinzufügt: „Wahrscheinlich wurde das mit der Faust eingeschlagen.“ Parallel dazu wurde ein Schaden an den historischen Buntglasfenstern entdeckt, die der Bad Rodacher Firmengründer Max Roesler im Jahre 1908 stiftete. Steine, die allem Anschein nach mit großer Wucht gegen die Fenster geworfen wurden, haben dort Löcher hinterlassen. „Wir haben zwar einen Gitterschutz außen an den Fenstern, aber diese sind beweglich“, berichtet der Pfarrer, der angesichts dieser offenkundigen Zerstörungswut entsetzt ist: „Das ärgert mich sehr, dass mit einem Ort des Gebets so respektlos umgegangen wird.“