Bamberger Basketballer in der Krise Nächster Rückschlag für Brose

Alle Ansprache half nichts: Brose-Coach Johan Roijakkers konnte die Niederlage in Göttingen nicht verhindern. Foto: Daniel Löb

Während die Bamberger Basketballer auf europäischem Parkett erfolgreich sind, gerät auf nationaler Ebene die Playoff-Teilnahme in Gefahr. In Göttingen setzt es die nächste Niederlage.

Göttingen/Bamberg - In der Basketball Champions League hatte Brose Bamberg als souveräner Gruppensieger vorzeitig den Einzug in die Hauptrunde geschafft. In der Bundesliga hingegen gerät mehr und mehr die Teilnahme an den Playoffs in Gefahr. Die Mannschaft von Johan Roijakkers musste sich am 15. Spieltag bei der BG Göttingen mit 80:87 geschlagen geben. Lediglich im zweiten Viertel konnte Brose ansatzweise überzeugen (20:15), vor allem aber im Schlussviertel (15:24) hatten die Bamberger – in erster Linie der Göttinger Dreierquote von 54 Prozent – nichts mehr entgegenzusetzen. Auch ein Double-Double von Devon Hall (16 Punkte, zehn Rebounds) konnte die neunte Saisonniederlage nicht verhindern.

Fieler selbstkritisch

Aus dem angepeilten Erfolg beim Tabellen-16., der zuvor neun der letzten zehn Partien verloren hatte, wurde nichts. Es setzte nach der Pleite in Vechta vor drei Wochen nun die nächste Niederlage gegen einen Abstiegskandidaten. Kapitän Chase Fieler zeigte sich im Interview mit Magentasport selbstkritisch: „Wir haben es nicht geschafft, uns die Würfe zu erarbeiten, die wir wollten. Göttingen hat einige schwierige Würfe getroffen, hatte mehr Läufe als wir. Man muss ihnen Respekt für ihre Leistung zollen. Aber wir müssen auf uns schauen und es einfach schaffen, besser zu spielen. Die Qualität im Kader ist ja da.“

„So funktioniert das nicht“

Sein Trainer Johan Roijakkers sah es so: „Das war ein verdienter Sieg für Göttingen. Wir haben nur im zweiten Viertel so gespielt, wie ich mir das vorgestellt habe. In den anderen Vierteln war Göttingen einfach besser und hat mit mehr Energie gespielt. Das war enttäuschend. Es ist nicht das erste Mal, dass wir so auftreten. Wir kriegen es nicht hin, dass die Spieler verstehen, was es bedeutet, in der easyCredit BBL zu spielen. Das bedeutet zu kämpfen, Physis – es kommt auf jeden Ballbesitz an. Einige denken immer noch, dass das die Champions League ist und man ein bisschen spielen und gewinnen kann. So funktioniert das nicht. Wir werden hart daran arbeiten, um das so schnell wie möglich umzudrehen.“

Die Dreier fielen zu Beginn bei Göttingen. Vier trafen die Gastgeber in den ersten drei Minuten, sorgten damit für einen schnellen Bamberger Acht-Punkte-Rückstand: 7:15. Knapp viereinhalb Minuten benötigte Brose, um seinerseits in die Partie zu finden. Danach lief es allerdings. Ein 9:0-Lauf brachte die Gäste erstmals in Führung (16:15, 7.). Die hatte allerdings nur kurz Bestand, denn Weidemann traf den Dreier für Göttingen. Die Bamberger Antwort: Sengfelder aus den Nahdistanz, ein Lockhart-Dreier und ein Hundt-Freiwurf zum 23:18. Mit der Sirene versenkte Mönninghoff den insgesamt sechsten Dreier für Göttingen und hielt die Bamberger Führung damit bei zwei Punkten: 23:21.

Knappe Angelegenheit

Im zweiten Viertel blieb es zunächst eine knappe Angelegenheit. Brose schaffte es nicht, sich abzusetzen. Göttingen schaffte es nicht, in Führung zu gehen. So stand es nach gut 18 Minuten 37:36 für die Bamberger. Den Gästen allerdings gehörten dann die letzten 120 Sekunden der ersten Halbzeit. Defensiv wurden einige Stopps generiert, vor allem schafften es die Brose Spieler den Göttingern nun die Dreier wegzunehmen. Aus der starken Defensive, ergaben sich gute Offensivaktionen. Fieler, Hundt und Ruoff scorten bis Ende einen kleinen 5:0-Run und erhöhten die Führung zur Pause auf sieben Punkte: 43:36.

Direkt mit Wiederbeginn war die Göttinger Dreierstärke wieder da. Oder anders: Brose schaffte es nun nicht mehr, die Distanzwürfe der Gastgeber zu verteidigen. Allein in den ersten zwei Minuten traf Göttingen drei Stück, im gesamten Viertel waren es fünf. Und dennoch, Bamberg gelang es, die Niedersachsen auf Distanz zu halten. Zum einen, da auch bei Brose der eine oder andere Distanzwurf fiel, zum anderen, weil die Gäste immer wieder auch ihre großen Leute einsetzten. 40 Sekunden vor Abschnittsende führte Bamberg mit 65:59, ließ danach aber wieder zwei einfache Korbaktionen der Göttinger zu, sodass es mit einem Zwei-Punkte-Vorsprung ins letzte Viertel ging: 65:63.

Göttingen dreht die Partie

Dort erwischten die Hausherren den besseren Start, gingen durch einen 7:0-Lauf erstmals seit dem ersten Viertel wieder in Führung (65:70, 33.). Und diesmal waren es die Göttinger, die diesen Vorsprung nicht mehr hergaben. Brose schaffte es nicht mehr, den Rückstand aufzuholen. Das lag vor allem weiterhin an der starken Dreierquote der Gastgeber, die am Ende auf 54 Prozent kommen sollten. Zum anderen gelang es Brose nun nicht mehr, zwingend den Korb zu attackieren bzw. ebenfalls von außen zu treffen. Am Ende stand ein 80:87 zu Buche und damit die neunte Niederlage im 15. Spiel. Die Möglichkeit zur Wiedergutmachung hat das Team am kommenden Mittwoch, wenn der Mitteldeutsche BC aus Weißenfels in der Brose Arena gastiert.

Statistik

BG Göttingen: Booker (20/5 Dreier), Dawkins (17/3), Odiase (15), Nelson (12/2), Mönninghoff (12/3), Weidemann (5/1), Vargas (4), Lomasz (2), Kramer, Kamp.

Brose Bamberg: Hall (16/1), Kravish (16), Fieler (11/1), Sengfelder (10/2), Lockhart (9/3), Thompson (9), Vitali (4),

Hundt (3), Ruoff (2), Ogbe, Grüttner-Bacoul (nicht eingesetzt).

Schiedsrichter: Matip, Madinger, Theis.

Gesamtwurfquote: Göttingen 50 Prozent (29 Treffer/58 Versuche), Bamberg 46 (29/63).

Dreierquote: Göttingen 54 (14/26), Bamberg 27 (7/26).

Freiwurfquote: Göttingen 83 (15/18), Bamberg 83 (15/18). – Rebounds: Göttingen 30 (26 defensiv/4 offensiv), Bamberg 35 (26/9). – Ballgewinne/-verluste: Göttingen 8/14, Bamberg 8/14. – Assists: Göttingen 17 / Bamberg 20. – Fouls: Göttingen 19 / Bamberg 19.

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