Basketball BBC Coburg fühlt sich betrogen

Hans Haberzettl
Erzielte in Karlsruhe 13 Punkte für den BBC und stand acht Sekunden vor Schluss im Mittelpunkt des Geschehens: Coburgs Princeton Onwas (am Ball), hier im Heimspiel gegen Erfurt. Foto: Frank Wunderatsch

Der BBC Coburg verliert das Basketballspiel in Karlsruhe mit 80:81. Die Vestestädter fühlen sich in der Pro B-Begegnung um den Sieg betrogen.

Karlsruhe/Coburg - Die Pechsträhne des BBC Coburg in der Südgruppe der 2. Basketball-Bundesliga Pro B hat sich drei Wochen nach der Last-Minute-Niederlage beim Titelaspiranten Baskets Koblenz am Samstagabend in Karlsruhe fortgesetzt. Im Kellerduell bei den Arvato College Wizards lieferte das Team von Jessica Miller und Co-Trainer Jan Schröder erneut eine beherzte und qualitativ hochwertige Vorstellung ab. Coburg führte zur Pause mit 43:37, wurde aber nach einer 80:79-Führung in der Crunchtime doch noch besiegt (80:81). Die sportliche Bilanz von BBC-Geschäftsführer Wolfgang Gremmelmaier lautete: „Positiv sehe ich, dass wir auch in dieser Saison in der Pro B absolut wettbewerbsfähig sind.“

„Regelkonform verhalten“

Arvato College Wizards Karlsruhe – BBC Coburg 81:80 (19:20, 18:23, 24:10, 20:27). Zur tragischen Figur wurde BBC-Leistungsträger Princeton Onwas. Dieser soll acht Sekunden vor Ablauf der Angriffszeit bei Ballbesitz im Seitenaus gestanden haben, worauf die Unparteiischen auf technisches Foul gegen ihn entschieden. Das brachte die Gastgeber noch einmal zum Zug. Ihr erfahrener Guard Zaire Thompson nutzte dies zum glücklichen 81:80-Endstand. Ganz und gar nicht einverstanden war Coburgs Frau am Kommandopult Jessica Miller mit dem Schiedsrichterpfiff zugunsten der Hausherren. „Ich habe mir die Videoaufnahmen nach Spielschluss mehrmals angesehen und muss sagen, Princeton hat sich regelkonform verhalten“, beteuerte sie.

Ihr Team mit der Starting Five Christopher Wolf, Sven Lorber, dem von einer mehrwöchigen Schulterverletzung genesenen Leon Bulic, Tyreese Blunt und Princeton Onwas lag anfangs mit 0:5 im Rückstand, stemmte sich aber dann vehement gegen die gegnerischen Schnellangriffe. Blunt mit einem Alley oop und Lorber mit einem verwandelten Dreier glichen zum 5:5 aus, bevor ein gegnerischer Zwischenspurt den BBC in Bedrängnis brachte. Die Heimmannschaft lag nach sechs Minuten mit 15:11 in Front. Ein 7:0-Lauf des BBC begünstigt durch zielgerichtete Assists führte zum 17:18-Zwischenstand.

Mit 19:20 ging es in den zweiten Abschnitt. Schon jetzt zeigte sich, dass sich Blunt und Lorber, der den höchsten Effektivitätswert aller Akteure auf dem Spielfeld verzeichnete, in glänzender Form befanden.

Der eingewechselte Lucas Wobst hatte mit einem Korbleger und einem Dreier wesentlichen Anteil, dass die Gäste die Distanz auf zwölf Punkte zum 23:35 ausbauten. Diese Dominanz ließ sich jedoch nicht fortsetzen, weil Ex-Nationalspieler Rouven Roessler und Christoph Rupp zur Aufholjagd bliesen. Bulic gelang es nach einer hektischen Phase mit beiderseits mehreren Auszeiten für Coburg ein sechs Punkte-Polster (37:43) in die Halbzeit zu retten.

Auf Sparflamme

Dass Basketball ein Spiel der Läufe ist, bestätigte sich in Viertel drei, das mit 24:10 an die Karlsruher ging. In dieser Phase liefen die Angriffsbemühungen der Gäste auf Sparflamme. Die erste Führung der Heimmannschaft seit dem Ende des ersten Viertels zum 54:51 glückte Vincent Hennen, der auch den Schlusspunkt zum 61:53 nach 30 Minuten setzte.

Wer die Miller-Schützlinge bereits auf der Verliererstraße wähnte, wurde eines Besseren belehrt. Bis zum 70:59 durch Rupp blieben die Wizards noch auf Kurs, dann läutete der körperlich topfitte BBC seine stärkste Phase ein. Lorber und der sich steigernde Wolf mit jeweils fünf, Onwas mit vier und Bulic mit zwei Punkten wendeten das Blatt zum erneuten Führungswechsel (74:75). Karlsruhe wehrte sich mit zwei unsportlichen Fouls, konnte aber einen Einschlag von Wolf im Anschluss an einen Steal von Blunt zum 79:80 nicht zu verhindern.

Das Ende für die Coburger war tragisch, weil der vermeintliche Turnover gegen Onwas, aus dem heraus der entscheidende Treffer entstand, aus BBC-Sicht eine krasse Fehlentscheidung war. Diese Einschätzung bekräftigten Wolfgang Gremmelmaier und der Sportliche Leiter Ulf Schabacker am Sonntagmittag nach erfolgter Videoanalyse auf Nachfrage. „Einen Protest gegen die Wertung dieser Partie können wir trotzdem nicht einlegen, weil es sich um seine Tatsachenentscheidung der Referees handelt“, lautete die bittere Erkenntnis des Geschäftsführers.

Die Statistik

Arvato College Wizards Karlsruhe: Rouven Roessler (16 Punkte/2 Dreier), Christoph Rupp (14/2), Zaire Thompson (12), Christian Chakwudi Okolie (11), Thomas Bruce (10), Moritz Bär (8), Vincent Hennen (6/2), Franco Filipovic (4), Nicolas Müller, Obed Franciso, Florian Rothenberg (alle nicht eingesetzt).

BBC Coburg: Leon Bulic (19 Punkte/1 Dreier), Sven Lorber (14/4), Princeton Onwas (13/2), Tyreese Blunt (11/1), Christopher Wolf (11), Lukas Wobst (5/1), Adrian Worthy (3/1), Lennart Schultz (2), Joshua Schönbäck (2), Calin Nita (0), Lukas Passarge, Abdul Karioui (beide nicht eingesetzt).

 

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