Basketball-Bundesliga Brose nimmt Revanche an Bayreuth

Bambergs Headcoach Johan Roijakkers fand in den Pausenansprachen die richtigen Worte. Sein Team siegte in Bayreuth. Foto: Daniel Löb

Das Roijakkers-Team setzt sich im Oberfrankenderby in der Wagnerstadt mit 97:88 durch. Während die Gäste ihren Playoff-Platz festigen, ist der Traum für Medi nun wohl ausgeträumt.

Bayreuth - Trotz einer begeisternden ersten Halbzeit mussten sich die Basketballer von Medi Bayreuth am Samstagabend im 81. Oberfrankenderby gegen Brose Bamberg am Ende noch mit 88:97 (55:52) geschlagen geben. Damit revanchierte sich die Mannschaft von Johan Roijakkers nicht nur für die 67:73-Hinspielniederlage, sondern entschied auch den direkten Vergleich für sich. Während die Gastgeber damit in der Bundesliga die letzte realistische Chance vergeben haben, noch einmal ins Rennen um die Playoffs einzusteigen, hat Brose seinerseits seinen Playoff-Platz untermauert.

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Ohne Vitali

Ohne den am Oberschenkel verletzten Michele Vitali hatten die Domstädter in der ersten Halbzeit vor allem defensiv noch Probleme (52:55), die sie aber mit zunehmender Spielzeit immer besser in den Griff bekamen. Auch gut aus Sicht der Gäste: 16 Dreier fanden Weg in den Bayreuther Korb, 24 Assists wurden verteilt. Bester Bamberger Werfer war David Kravish mit 18 Punkten.

Johan Roijakkers: „Wir sind sehr froh über den Sieg, auch, dass wir den direkten Vergleich gewonnen haben. Das war wichtig zur Verteidigung des Playoff-Platzes. In der ersten Halbzeit haben wir nicht gut verteidigt, das wurde in der zweiten besser, da waren wir physischer und bissiger. Außerdem haben wir angefangen den Ball gut zu bewegen und unsere Ballverluste minimiert.“

Das erste Viertel war ein Scharfschützen-Wettbewerb. Vier Mal traf Bayreuth den Dreier, sechs Mal Brose. Die Bamberger blieben dabei ohne Fehlversuch durch Lockhart, Fieler, Hall, Hundt, Sengfelder und Larson. Allerdings ließ Brose in der Defensive den Zugriff vermissen, weshalb Bayreuth immer wieder entweder auch zu offenen Würfen oder aber zu einfachen Punkten unter dem Korb kam. Nach einem zwischenzeitlichen 7:0-Lauf lagen die Gäste nach knapp drei Minuten mit 13:9 vorne, ein 8:0-Run der Bayreuther brachte diese nach sieben Minuten mit vier Punkten in Front (22:18). Am Ende des ersten Abschnitts stand es ausgeglichen 27:27.

Munteres Dreier-Schießen

Das muntere Dreier-Schießen ging auch zunächst im zweiten Viertel weiter. Ogbe, Larson und Sengfelder trafen wieder für Brose, aber auch Bayreuth traf drei Stück. Es blieb also weiterhin eine ausgeglichene Partie, die fünf Minuten vor der Pause nach wie vor unentschieden stand (47:47). Auch in der Folgezeit gelang es keiner der beiden Mannschaften, sich mehr als vier Punkte abzusetzen. Zur Halbzeit lag Brose mit drei Zählern zurück, stand es 52:55. Ein Rückstand, obwohl bis dato elf Dreier bei den Gästen fielen, sie zudem bereits 15 Assists verteilt hatten.

Ein echter Krimi

Kravish und Sengfelder holten gleich zu Beginn des dritten Viertels die Führung für Bamberg wieder zurück (55:56, 22.). Davon hatten sie jedoch nur kurz etwas, denn ein 7:2-Lauf der Bayreuther brachte Brose kurz darauf wieder mit vier in Rückstand (62:58). Die Partie war nicht berechenbar. Bis Ende des dritten Viertels wechselte die Führung insgesamt 15 Mal, zwölf Mal stand es unentschieden. Allerdings stand nun die Bamberger Verteidigung besser. Nach gut 28 Minuten hatte Brose beim Stand von 68:74 die bis dato höchste Führung des Spiels inne, die aber bis zum Viertelende auf drei Punkte noch etwas zusammenschrumpfte (71:74). Ein Freiwurf von Seiferth eröffnete den Schlussabschnitt, Ogbe per Dreier und Hall mit dem Korbleger punkteten für Brose (72:79, 33.). Die Gäste hatten nun besseren Zugriff auf die Partie. Sengfelder und ein Lockhart-Dreier – sein 1000. BBL-Punkt – sorgten nach gut 34 Minuten für eine Acht-Punkte-Führung (76:84). Erstmals zweistellig wurde diese drei Minuten vor Ende, als Chris Sengfelder nach schönem Anspiel von Bennet Hundt zum 88:78 einnetzte.

Nervenstarke Bamberger

Da Brose in den letzten 180 Sekunden an der Freiwurflinie nahezu keine Nerven zeigte und Hall mit der Sirene den insgesamt 16. Bamberger Dreier traf, stand am Ende ein 97:88-Sieg im 81. Oberfrankenderby zu Buche.

22 Punkte von Doreth

Bester Spieler der Partie war indes in Reihen der Gastgeber der energiegeladene Bastian Doreth. 15 seiner 22 Punkte erzielte der Bayreuther Kapitän in der ersten Halbzeit.

Statistik

Brose Bamberg: Lockhart 10, Ruoff, Seric, Fieler 9, Hall 14, Ogbe 13, Thompson, Hundt 8, Sengfelder 16, Kravish 18, Grüttner-Bacoul dnp, Larson 9.

Punkte für Bayreuth: Doreth 22, Bartley 12, Pardon 10, Olisevicius 10, Jones 10, Tiby 8, Seiferth 8, Walker 7, Bruhnke 1. tvo/sd

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