Basketball-Bundesliga Heckmann trifft auf Ex-Klub

Patrick Heckmann (hier beim vergangenen Heimsieg gegen Jobstairs Gießen am Ball) trifft mit Brose Bamberg auf seine ehemaligen Kollegen von Ratiopharm Ulm und will mit seinem Team bei den Schwaben die in der Liga noch weiße Weste verteidigen. Foto: /Daniel Löb

Für den Forward von Brose Bamberg kommt es zum Wiedersehen mit seinen ehemaligen Kollegen. Er will mit seinem Team in Ulm die weiße Weste in der Basketball-Bundesliga verteidigen.

Ulm/Bamberg - Brose Bamberg reist am 3. Spieltag der Basketball-Bundesliga zu Ratiopharm Ulm. Spielbeginn an diesem Samstag ist um 20.30 Uhr (MagentaSport live), es ist die Partie des aktuell Tabellendritten (4:0 Punkte) beim -neunten (2:2).

Drei Spiele, zwei Niederlagen – Team und Fans von Ratiopharm Ulm haben sich den Saisonstart sicherlich anders vorgestellt. Dabei begann er hervorragend, holten sich die Schwaben doch gleich am ersten Spieltag einen nach Verlängerung hart umkämpften Auswärtserfolg beim FC Bayern München Basketball. Anschließend allerdings folgte eine Niederlage in Bonn, vergangenes Wochenende zuletzt das Pokalausscheiden in Chemnitz. Beide Spiele jedoch waren am Ende ein sogenanntes One-Possession-Game, also eines, in dem sie mit einem letzten Ballbesitz noch hätten ausgleichen oder siegen können: In Bonn verloren die Ulmer mit 73:76, in Chemnitz mit 85:87. Daher stehen zwar auf dem Papier zwei Niederlagen aus drei Spielen, die Leistungen aber waren jeweils gut.

Neuzugänge überzeugen

Vor allem die Neuzugänge der Gastgeber überzeugen bislang: Aufbauspieler Semaj Christon und Center Cristiano Felicio punkteten in den beiden bisherigen BBL-Spielen im Schnitt mit 22 und 15,5 Punkten jeweils stark zweistellig. In der Pokalpartie kam Felicio auf ein Double-Double (13/13), wurde punktetechnisch aber noch vom dritten Neuzugang Jaron Blossomgame (22) übertroffen.

Aktuell noch etwas Probleme haben die deutschen Spieler, teilweise waren Per Günther, Karim Jallow und Thomas Klepeisz aber in der Vorbereitung auch verletzt, suchen daher verständlicherweise noch nach ihrem Rhythmus und der richtigen Bindung zum Spiel. Vor allem aber die beiden Letztgenannten finden sich immer besser zurecht, kamen in Chemnitz auf elf (Jallow) und acht (Klepeisz) Punkte.

Treffsichere Ulmer

Überhaupt ist das Team von Jaka Lakovic treffsicher: 62,8 Prozent ihrer Würfe aus dem Zweierbereich fanden bislang den Weg in den gegnerischen Korb – Ligaspitze. Ein weiterer Faktor, der den Ulmern am Samstag zusätzlich in die Karten spielen könnte: die Zuschauer. Erstmals spielt das Team nämlich diese Saison in heimischer Halle, die mit rund 5300 Zuschauern auch ausverkauft sein wird.

50 dieser 5300 Besucher sind jedoch nicht für die Hausherren, sondern reisen aus Bamberg an, um ihr Team zu unterstützen. Das musste zuletzt eine Niederlage in München hinnehmen, steht jedoch in der BBL noch verlustpunktfrei da. Und auch im Pokalspiel war nicht alles schlecht, das 77:98 am Ende auch gefühlt zehn Punkte zu hoch. Brose war nämlich die komplette erste Halbzeit drin im Spiel, verpasste es da aber den Vorsprung, der zwischenzeitlich bis zu acht Punkte betrug, auszubauen und ein noch größeres Polster zu schaffen. Knackpunkt war dann das dritte Viertel, in dem die Münchner offensiv (32 Punkte) kräftig anzogen.

Am Ende machten zwei Spieler den Unterschied: Jaramaz und Walden trafen jeweils sechs Dreier bei sechs Versuchen (München insgesamt 15/25, also 61 Prozent). Was dennoch deutlich wurde: Brose kämpfte bis zuletzt, gab sich nie auf. Eine Kennzahl dafür: Das Reboundverhältnis ging mit 26:24 an Bamberg.

Einstellung gefragt

Mit einer ähnlich guten Einstellung will das Team von Headcoach Johan Roijakkers auch in der Ratiopharm-Arena bestehen. Mit Omar Prewitt (25,5 Punkte im Schnitt) hat Brose den bislang korbgefährlichsten Spieler der noch jungen BBL-Saison in seinen Reihen. Neben dem US-Amerikaner überzeugten bisher auch Christian Sengfelder (15,5) und Justin Robinson (13) ebenfalls mit im Schnitt zweistelliger Ausbeute. Und noch einer spielt aktuell groß auf: Forward Patrick Heckmann (zehn Punkte, 6,5 Rebounds, vier Assists), der erstmals nach seiner Rückkehr wieder zu seinem alten Club zurückkehrt.

Patrick Heckmann: „Natürlich ist es für mich ein besonderes Spiel. Ich habe noch regelmäßig Kontakt zu einigen Ulmer Jungs. Dennoch: die Freundschaft hört auf, sobald ich das Parkett betrete. Wir haben uns durch unsere zwei Siege eine gute Ausgangsposition geschaffen, die wir gerne weiter ausbauen wollen. Dafür ist es wichtig, dass wir über 40 Minuten unser Spiel vorne und hinten aggressiv durchziehen.“ Er spricht auch klar an, was es aus seiner Sicht noch zu verbessern gilt: „Wir hatten bislang immer Phasen, in denen wir den Fokus nicht hochhalten konnten. Das muss am Samstag anders werden. Ulm kommt aus zuletzt zwei Niederlagen, will sich erstmals vor seinen Fans natürlich ganz anders präsentieren, wird sofort Vollgas geben und Präsenz zeigen. Wir müssen von Beginn an dagegenhalten, müssen dafür sorgen, dass sie sich nicht entfalten können. Sie haben gute Schützen, gute Center – wir müssen bereit sein, den Kampf anzunehmen.“

Danach gegen Heidelberg

Nach der Partie in Ulm steht für Brose Bamberg am 17. Oktober das nächste Heimspiel an. In der Brose-Arena sind dann die Aufsteiger der MLP Academics Heidelberg zu Gast. Tickets für diese Partie, die erstmals ohne eine Maskenpflicht ablaufen wird, gibt es unter www.brosebamberg.de. tvo

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