Basketball-Bundesliga Oberfranken-Derby vor leeren Rängen

Bester Punktesammler der Liga: Bambergs Christian Sengfelder (links), hier im Spiel gegen Bonn. Foto: Daniel Löb

Die Bamberger Basketballer empfangen am Samstag den Nachbarn aus Bayreuth. Beim Debüt des neuen Brose-Trainers sind keine Zuschauer in der Domstadt zugelassen.

 
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Bamberg - Brose Bamberg ist am 9. Spieltag der Basketball-Bundesliga Gastgeber für Medi Bayreuth. Spielbeginn ist am Samstag um 18 Uhr. Das 82. Oberfranken-Derby ist zugleich das erste Spiel von Broses neuem Cheftrainer Oren Amiel. Aufgrund der am Freitag durch den bayerischen Ministerpräsidenten Markus Söder erfolgten Anpassung der 15. Infektionsschutzmaßnahmenverordnung sind bis auf Weiteres keine Zuschauer zugelassen. Somit findet das Derby in der Brose-Arena ohne Fans statt.

Die Nationalmannschaftspause war für die Bayreuther wohl Fluch und Segen zugleich. Segen, da die zwei spielfreien Wochen sicherlich dazu beigetragen haben, dass sich die zuletzt verletzten Spieler wie Seifferth, Jalalpoor und Jõesaar wieder (etwas) erholen konnten. Fluch, da das letzte Spiel vor der Pause mit einem 100:68-Sieg über den MBC endete und Headcoach Raoul Korner die spielerische Erfolgswelle sicherlich gerne direkt weitergeritten wäre. Getragen wurden die Bayreuther gegen die Mitteldeutschen von ihren beiden Aufbauspielern. Marcus Thornton war mit 26 Punkten Topscorer, Bastian Doreth steuerte mit 20 Zählern und zehn Assists ein lupenreines Double-Double bei. Der Erfolg war der bislang dritte in der BBL, ihm stehen vier Niederlagen gegenüber.

Eine nationale Achterbahnfahrt, die allerdings durch internationale Siege etwas abgefedert wurde. Im FIBA Europe Cup qualifizierten sich die oberfränkischen Nachbarn einigermaßen problemlos für die nächste Runde.

Gute Wurfquote bei Medi Bayreuth

In der BBL gibt es da mehr Probleme, doch die Wurfauswahl stimmt, denn Bayreuth trifft mit 49,9 Prozent so gut wie jeden zweiten seiner Versuche. Eine Quote, die Medi BBL-weit auf Platz drei in dieser Kategorie bringt. Beste Werfer bislang sind Marcus Thornton und Terry Allen mit im Schnitt erzielten 12,9 Punkten pro Partie. Martynas Sajus ist mit durchschnittlich 8,3 Bayreuths effektivster Rebounder, während – den verletzten Cameron Wells außen vor gelassen – Bastian Doreth, der ebenso wie Moritz Sanders und Kay Bruhnke das Bamberger Jugendprogramm durchlief und seinen ersten BBL-Einsatz in der Domstadt hatte, mit aktuell 3,7 der beste Assistgeber ist.

Brose Bamberg nutzte die zweiwöchige Nationalmannschaftspause für Neuerungen im Kader. Neben dem neuen Cheftrainer Oren Amiel wurde auch noch Center Akil Mitchell verpflichtet. Beide haben sich bereits gut eingelebt und sind seit Montag mit ihrem neuen Team zu Gange. Dienstag kamen mit Christian Sengfelder, Dominic Lockhart, Patrick Heckmann und Martinas Geben auch die Nationalspieler dazu. Zu guter Letzt nahm am Donnerstag erstmals nach gut zwei Wochen und überstandener Corona-Infektion Kenneth Ogbe wieder am Training teil, sodass Amiel bei seinem Debüt am Samstag personell aus dem Vollen schöpfen kann.

Sengfelder Top-Scorer

Die Bamberger Trainingswoche war geprägt von gegenseitigem Kennenlernen, aber auch von produktivem Arbeiten. In sieben Trainingseinheiten brachte Amiel seinem neuen Team seine Philosophie nahe, studierte neue Systeme ein, versuchte defensive Mängel auszumerzen. Vor allem beim Defensivrebound hat Brose Luft nach oben. Mit im Schnitt 20,8 gesicherten Abprallern am eigenen Brett steht Bamberg auf dem BBL-weit letzten Platz. Dafür hat der einstige Serienmeister den Bundesliga-Topscorer in seinen Reihen. Die durchschnittlich erzielten 19,6 Punkte von Christian Sengfelder sind nämlich nicht nur Spitze im eigenen Team, sondern in der gesamten Liga.

Christian Sengfelder: „Es ist Derby, da gilt es alles auf dem Parkett zu lassen, um uns, aber vor allem unseren Fans zu zeigen, wer die Nummer eins in der Region ist.“

Nach dem 82. Oberfranken-Nachbarduell hat Brose Bamberg abermals zwei Wochen Zeit, um sich auf den nächsten Gegner in der Bundesliga vorzubereiten. Am 18. Dezember sind die Domstädter dann zu Gast in Chemnitz.

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