Basketball-Krimi Brose Bamberg ringt Ulm nieder

Lief in der Verlängerung gegen Ulm heiß und traf gleich drei Distanzwürfe: Bambergs Justin Robinson (am Ball). Foto: Daniel Löb

Brose Bamberg gewinnt einen wahren Basketball-Krimi gegen Ratiopharm Ulm. Die Domstädter entscheiden das Bundesligaspiel nach zweimaliger Verlängerung mit 115:114 für sich.

Brose Bamberg hat am 31. Spieltag der Basketball-Bundesliga Ratiopharm Ulm nach zweifacher Verlängerung mit 115:114 besiegt. Dabei lagen die Hausherren vor 3559 Zuschauern kurz vor der Pause bereits mit zehn Punkten zurück (33:43, 19.), kämpften sich in der zweiten Halbzeit aber ins Spiel. Bamberg konnte danach eine zwischenzeitliche Neun-Punkte-Führung (76:67, 33.) nicht ins Ziel bringen. Auch die ersten fünf Extraminuten brachten beim Stand von 103:103 keinen Sieger. So ging es in die zweite Overtime. Da behielt Chris Dowe 3,5 Sekunden vor Schluss an der Freiwurflinie die Nerven und sicherte seiner Mannschaft nicht nur den Sieg, sondern weiterhin die Hoffnung auf die Playoffs. Beste Bamberger Werfer waren Christian Sengfelder und Akil Mitchell mit jeweils 23 Punkten.

„Viele Höhen und Tiefen“

Trainer Oren Amiel lobte zunächst die Kulisse in der Brose-Arena: „Getragen hat uns heute einmal mehr die Atmosphäre. Die Fans waren wieder unser sechster Mann und haben uns geholfen, aus dem Loch herauszukommen, in dem wir zwischenzeitlich steckten. Zum Spiel selbst: Es gab viele Höhen und Tiefen, viele einfache Fehler auf beiden Seiten, viele tolle Spielzüge von beiden Teams. Es war heute ein extrem emotionaler Sieg, der ohne weiteres auch in die andere Richtung hätte gehen können.“

Brose verpasste den Beginn, lag nach drei Minuten mit 2:8 in Rückstand, Mitte des Viertels gar mit sieben Punkten: 8:16. Erst allmählich taute die Bamberger Offensive auf, wenngleich von jenseits der Dreierlinie kaum etwas fallen wollte. Nach einem folgenden Bamberger Lauf gingen die Hausherren mit einem 19:18-Führung in die erste kleine Pause. Im zweiten Abschnitt sollte es dabei bleiben: Von außen ging weiterhin nichts. Der eine Dreier von Prewitt hatte auch zur Pause noch Bestand, bei abgegebenen 15 Versuchen – eine miserable Quote von gerade einmal sieben Prozent bis dato. Die Folge: Die Gäste zogen davon, brachten Brose 45 Sekunden vor der Pause erstmals zweistellig in Rückstand: 33:43. Doch die Bamberger gaben nicht auf, blieben bissig gingen mit einem einstelligen Defizit von sechs Punkten in die Kabine: 37:43.

Wie schon in Viertel eins kam Ulm auch besser in Abschnitt drei (41:48, 22.). Erst allmählich konnte sich Brose lösen, stand nun aggressiver in der Verteidigung und brachte den Ball – nachdem weiterhin von jenseits der Dreierlinie nichts fallen wollte – nun besser unter den Korb. Ein 7:0-Run bescherte nach gut 24 Minuten beim Stand von 48:48 das erneute Unentschieden. Das Unentschieden hatte auch in der nächsten Viertelpause Bestand.

Effektivere Gastgeber

In den Schlussabschnitt kamen die Gastgeber nun effektiver, lagen nach 33 Minuten erstmals mit neun Zählern in Front: 76:67. Für Ulm war es nun Blossomgame, der das Spiel übernahm und durch zwei Dreier in Serie seine Mannschaft wieder heranbrachte und durch einen dritten vier Minuten vor Ende wieder ausglich: 79:79. Es blieb packend, aber nicht immer hochklassig. 30 Sekunden vor Schluss lagen die Gäste mit zwei Zählern vorne. Es folgte Freiwurf auf Freiwurf. 7,6 Sekunden waren noch auf der Uhr, als Chris Dowe seine zwei für Brose zum 88:88 traf – Verlängerung.

Dort waren es wieder zunächst die Bamberger, die besser starteten – und nun auch die Dreier trafen. Wobei, nicht die Bamberger, sondern ein Bamberger, nämlich einmal mehr Justin Robinson. Der Aufbauspieler versenkte in der Overtime drei Distanzwürfe und sorgte somit dafür, dass seine Mannschaft 77 Sekunden vor Schluss mit 103:99 in Front lag. Die letzten Sekunden aber waren wieder keine Freunde des Bamberger Basketballs. Thornwell und Klepeisz trafen für Ulm zum 103:103-Ausgleich: zweite Verlängerung.

Die Abnutzung ging weiter, es wurde sich nach wie vor nichts geschenkt. Sengfelder traf für Bamberg den siebten (und letzten) Dreier des Spiels zum 108:105, das Ganze knapp zwei Minuten vor Ende der zweiten fünf Extraminuten. Doch Ulm kämpfte, biss und brachte Brose 18,1 Sekunden vor Schluss durch Blossomgame wieder in Rückstand: 112:114. Der letzte Angriff war bei den Hausherren, die es über Chris Dowe versuchten. Der drückte den Dreier ab – und wurde dabei gefoult. Seine drei Freiwürfe verwandelte er nervenlos: 115:114. 3,5 Sekunden waren noch auf der Uhr, Ulm hatte den letzten Wurf – daneben.

Die Brose-Statistik

Dowe (15), Lockhart (3), Prewitt (8), Mitchell (23), Omuvwie (dnp), Robinson (19), Geben (10), Ogbe (4), Sengfelder (23), Kyzlink (10).

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