Basketball-Pro B BBC peilt ersten Heimsieg an

Hat in der jüngsten Spielpause im Training Nachjustierungen vorgenommen: BBC-Cheftrainerin Jessica Miller. Foto: Frank Wunderatsch

Die Coburger Basketballer gehen als Favorit ins Spiel gegen die Orange Academy aus Ulm. Auch ohne den in die USA zurückgekehrten William Vedder wollen die Vestestädter ihr Punktekonto ausgleichen.

Nach einer dreiwöchigen Verschnaufpause kehren Coburgs Basketballer am kommenden Sonntag zurück auf den Court in der HUK-Coburg-Arena. Im dritten Heimspiel der laufenden Saison in der Südgruppe der 2. Basketball-Bundesliga ProB soll es für den BBC mit dem ersten Heimsieg klappen. Die Gäste von der Orange Academy aus Ulm stehen mit nur einem Sieg aus fünf Spielen auf dem 12. und damit vorletzten Tabellenplatz. Die Vestestädter, mit 4:6 Punkten auf Rang 9, wollen mit einem Sieg die Erfolgsbilanz ausgleichen und im Kampf um die Playoffs zurück in die Spur finden. Für Jessica Millers Team geht es zunächst aber auch darum, den Wegfall eines Spielers aus der Starting Five zu kompensieren.

Zwei Wochenenden ohne Matchpraxis sind einerseits gut, um taktische und spielerische Anpassungen vorzunehmen. Auf der anderen Seite kann man aber auch den Rhythmus verlieren. „Das ist ein bisschen mehr Pause, als ich mir gewünscht hätte. Aber ehrlicherweise konnten wir die Zeit auch gut nutzen. Wir hatten einige Spieler, die Corona hatten, und auch einige weitere Erkrankungen im Team. Wir haben versucht, alle wieder für das Spiel an diesem Wochenende fit zu bekommen”, berichtete die BBC-Cheftrainerin von der ausgedehnten Auszeit seit dem letzten Oktoberwochenende.

Man habe sich im Training aber auch auf die Verbesserung der Defensiv- und Offensivarbeit konzentriert, fuhr die Texanerin fort. Allerdings wird das Heimspiel gegen Ulm für das Team auch das erste ohne US-Forward William Vedder sein. Der 25-Jährige verließ den Club nur wenige Tage nach dem 108:80-Auswärtssieg in Karlsruhe in Richtung Heimat. Sein Vertrag wurde einvernehmlich aufgelöst, von Vedder erwartete man seitens der BBC-Führungsebene auch im Miteinander mehr Engagement. „Als professioneller Spieler hat man auf und neben dem Court Verantwortung und die vermissten wir vor allem abseits des Spielgeschehens oft. Natürlich hat sich sein Weggang im Team bemerkbar gemacht, weil er einfach seit Beginn der Saison ein Teil davon war. Jetzt liegt es in der Verantwortung des restlichen Teams, seinen Wegfall zu kompensieren und es ist auch eine Möglichkeit für andere Spieler, sich für mehr Spielzeit zu empfehlen“, erklärt „Jessie“ Miller hinsichtlich der Vertragsauflösung. Man sei auf der Suche nach einem Ersatz, aber bis dato noch nicht fündig geworden.

Nun soll sich der Blick aber nach vorne richten und am Sonntag der erste Heimsieg in trockene Tücher gebracht werden. Auf dem Papier ist der BBC diesmal auch der Favorit. Die jungen Ulmer von der Orange Academy konnten bislang nur ihr Heimspiel gegen Ludwigsburg gewinnen. Vor der Länderspiel-Pause unterlagen sie zu Hause im Derby dem Team Ehingen Urspring knapp mit 89:93. Die Schwaben hängen bis dato noch deutlich hinter ihrer starken Vorsaison her, in der sie ins Halbfinale der Playoffs eingezogen und erst dort den Giants Düsseldorf unterlagen.

Natürlich mussten die Ulmer seit der letzten Saison auch einige Abgänge verkraften, was für ein Farm-Team völlig normal ist. Allen voran den letztjährigen Head-Coach und BBL-Veteran Anton Gavel, der nun als Cheftrainer bei Ratiopharm Ulm auf der Bank sitzt. Der neue Orange-Academy-Cheftrainer Baldur Ragnarsson muss als Gavels Nachfolger in große Fußstapfen treten. Bislang ist das neuformierte Team noch in der Findungsphase. Konstant blieb bei den Ulmern nur der geringe Altersdurchschnitt. Genauer gesagt ging dieser sogar noch ein wenig nach unten und liegt nun bei 18,1 Jahren. Im blutjungen Kader liegt aber auch ganz viel Potenzial, das sich noch entfalten kann. Zu den auffälligsten Akteuren zählten im bisherigen Saisonverlauf der 18-jährige Däne Tobias Jensen, der im Schnitt gut 18 Punkte erzielte und dabei knapp 45 Prozent seiner Dreier versenkte. Zudem schnappte er sich gut fünf Rebounds pro Spiel. Noch ein wenig effizienter präsentierte sich der ebenfalls 18-jährige österreichische Forward David Fuchs, der unter anderem gegen Koblenz ein Double-Double aus 23 Punkten und 13 Brettern aufsetzte. Gerade bei den Big Men sind die Ulmer stark besetzt. Center-Talent Antonio Dorn ist mit 2,12 Metern ein Hindernis, an dem die Coburger Offensive erst einmal vorbeikommen muss.

Bei aller Qualität seitens der Gegner liegt der Fokus für Jessica Miller aber wie gewohnt auf der eigenen Einstellung. “Wir freuen uns sehr auf das Heimspiel. Die Fans haben uns bisher immer super unterstützt und es war eine tolle Stimmung in der Arena. Und das wollen wir jetzt mit einem Sieg belohnen.” Das Spiel beginnt am Sonntag um 16 Uhr. Es gibt auch wieder einen kostenpflichtigen Livestream auf www.sportdeutschland.tv.

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