Mehr Zeit im Fernverkehr nötig
Im Fernverkehr müssen die Reisenden vor allem mehr Zeit mitbringen. ICE-Züge werden von Nürnberg über Ingolstadt umgeleitet und brauchen rund eine Stunde länger als bisher, um nach Regensburg zu kommen.
Zusätzlich wird ein ICE pro Tag und Richtung von München über Landshut, Regensburg und Passau nach Wien fahren. Alle weiteren ICE-Züge beginnen beziehungsweise enden bereits in Nürnberg.
Weil dann zwischen Nürnberg und München noch mehr Züge fahren werden als sonst, werden die ICE bis zu 15 Minuten länger für die Strecke brauchen.
Wo findet man Informationen?
Reisende können sich auf der Website der Deutschen Bahn oder in der App DB Navigator über alternative Verbindungen informieren. Außerdem hat die Bahn einen WhatsApp-Kanal "Generalsanierung Nürnberg - Regensburg" eingerichtet, in dem es regelmäßig Informationen zu den Bauarbeiten gibt.
Wer ist sonst noch betroffen?
Das private Eisenbahnunternehmen Agilis muss wegen der Generalsanierung Nürnberg-Regensburg und der anschließenden Generalsanierung zwischen Obertraublingen und Passau nach eigenen Angaben über zehn Monate seinen Betrieb einschränken. "Mir ist kein Fall bekannt, in dem ein Netz durch eine so einschneidende Baumaßnahme über einen derart langen Zeitraum zu weiten Teilen lahmgelegt wird", teilte der betriebliche Geschäftsführer Axel Hennighausen mit. Agilis hatte deshalb dafür plädiert, die Strecke immer nur teilweise statt komplett zu sperren.
Was sagen Fahrgastverband und Gewerkschaft?
Der Fahrgastverband Pro Bahn bemängelt, dass die Auswirkungen in fast ganz Bayern zu spüren seien. "Sogar noch zwischen Augsburg und Donauwörth fallen deswegen Züge aus, weil Güterzüge umgeleitet werden müssen", sagte der stellvertretende Bundesvorsitzende Lukas Iffländer dem Bayerischen Rundfunk. Insgesamt sei die fünfmonatige Vollsperrung aber weniger schmerzhaft als es eine jahrelange Bautätigkeit im laufenden Betrieb wäre. Es gab auch Lob: So habe sich die Bahn bei den Ersatzbussen "richtig Mühe" gegeben, sagte Iffländer.
Die Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) betrachtet die Generalsanierung als dringend notwendig, sieht aber die Hauptlast bei den Eisenbahnern. Für sie bedeute das: "Dienstplanänderungen, Versetzungen quer durch Bayern und spürbare Einschnitte ins Privatleben. Von den Beschäftigten wird höchste Flexibilität erwartet – vom verlegten Urlaub bis zu mehrmonatigen Einsätzen fern der Familie", sagte Bayerns GDL-Vorsitzender Uwe Böhm. Letztlich sei die Generalsanierung "in weiten Teilen die Aufarbeitung jahrzehntelanger Versäumnisse bei Instandhaltung und Investitionen".
Wie geht es mit den Bahn-Baustellen in Bayern weiter?
Im zweiten Halbjahr 2026 wird die Strecke zwischen Obertraubling und Passau für Bauarbeiten gesperrt. Von Juni bis Dezember fahren dort ebenfalls keine Züge mehr. 2027 kommt die stark frequentierte Strecke zwischen Rosenheim und Salzburg an die Reihe, 2028 folgen die Strecke zwischen München und Rosenheim sowie die vor allem für den Güterverkehr relevante Strecke zwischen Würzburg und Treuchtlingen.