Baugebiet in Pfarrweisach Teurer, aber weiter erschwinglich

Simon Albrecht
Auf diesem Acker gleich hinter der Kirche sollen einmal 20 Wohnhäuser gebaut werden können. Angesichts der explodierenden Bau- und Energiepreise hat Bürgermeister Markus Oppelt für Donnerstag zu einer Bürgerversammlung eingeladen, um das weitere Vorgehen mit den Bauwilligen und Bürgern zu besprechen. Foto: Simon Albrecht

Trotz steigender Kosten macht die Gemeinde Pfarrweisach mit dem Baugebiet „Sand“ in Kraisdorf weiter. Der Quadratmeterpreis pendelt sich zwischen 115 und 125 Euro ein.

„Informationen zum möglichen Baugebiet in Kraisdorf“ steht als einziger Punkt auf der Einladung zur Bürgerversammlung in Kraisdorf am Donnerstag, 28. Juli, um 19.30 Uhr im Gasthaus Bühler. Diese Schreibweise, vor allem das Wort „möglich“ hat unter der Bevölkerung Vermutungen ins Kraut schießen lassen: der Bebauungsplan ist doch schon fast durch – geht es jetzt weiter? Oder doch nicht? Wird das Projekt angesichts der rasant steigenden Baumarktpreise erst mal aufs Eis gelegt? Oder sogar eingestampft?

Mitnichten – sagt Bürgermeister Markus Oppelt (CSU) auf Anfrage unserer Zeitung. Egal wie – mit dem Bebauungsplan und mit dem Baugebiet geht es weiter. „Vor der Ukraine-Krise gingen wir von einem Preis von 90 bis 95 Euro pro erschlossenem Quadratmeter aus; den werden wir nicht halten können“, ist sich Oppelt sicher und kalkuliert mit einer Preissteigerung von 20 bis 30 Euro pro Quadratmeter, also zwischen 115 bis 125 Euro. Und er schiebt nach: „Der Quadratmeter-Preis wird sich aber auch bei allen anderen neuen Baugebieten in unserer Region erhöhen.“

„Mit Nachdruck“, so Oppelt, würden Planung und Erschließung für das Kraisdorfer Baugebiet vorangetrieben; schließlich befinde man sich in der zweiten Phase der öffentlichen Auslegung des Bebauungsplanes. Und es sind schon 50 000 Euro ausgegeben worden für Planung, hydraulischen Berechnungen und Gutachten. Die Gemeinde Pfarrweisach werde auch in Zukunft eine der Kommunen sein, in der Bauplätze noch erschwinglich sein werden, ist sich Oppelt sicher.

Der Bürgermeister stellt klar, dass das Baugebiet Sand hauptsächlich für Kraisdorfer Bürger geschaffen werde; denn oberstes Ziel der Gemeinde sei es, junge Leute in der Gemeinde zu halten. Selbstverständlich seien Bauinteressenten aus anderen Dörfern oder Gemeinden willkommen. Auf jeden Fall möchten „der Gemeinderat und ich das Projekt fertigstellen“. Dies gelinge aber nur, so Oppelt weiter, wenn trotz gestiegener Preise diejenigen, die bereits Interesse an einem Bauplatz bekundet haben, auch einen höheren Quadratmeterpreis in Kauf nähmen. Der Bürgermeister hat noch ein Häschen im Zauberhut, das er bei der Bürgerversammlung am Donnerstag rausziehen will – er spricht hier von „weiteren attraktiven Konditionen speziell für die Kraisdorfer Bürger“.

Die jetzige Situation, resümiert Oppelt mit einem Seitenhieb auf seine Vorgänger, wäre nicht eingetreten, wenn der Bebauungsplan, der schon seit 20 Jahren „in der Schublade liegt“, in den vergangenen Jahren umgesetzt worden wäre. Dann sähe es, „was die Kosten für den erschlossenen Quadratmeterpreis angeht, sehr viel günstiger aus“. Das Baugebiet direkt hinter der Kirche, Richtung Pfarrweisach hat eine Fläche von knapp 18 000 Quadratmetern, auf der 20 Grundstücke vorgesehen sind, deren Flächen zwischen 700 und 800 Quadratmetern groß sind. Eingeplant ist ein Parkplatz für die Kirchenbesucher. Der neue Bebauungsplan resultiert – wie der in Pfarrweisach - aus einem baurechtlich genehmigten Bebauungsplan aus dem Jahr 2001. Der Plan wurde in den vergangenen zwei Jahren den rechtlichen und technischen Anforderungen der heutigen Zeit angepasst und ergänzt, vor allem bei den Dachformen und der Anzahl der Geschosse.

 

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