Baustelle Frust bei Fußgängern

An der Ampelanlage an der Bahnhofstraße/Hintere Kreuzgasse kommt es aktuell zu unerwarteten Rückstaus. Um diese aufzulösen, müssen Passanten bis zu drei Rotphasen an einer Kreuzung ertragen. Foto: /Lukas Schäfer

Drei Rotphasen müssen Passanten an der Kreuzung Bahnhofstraße/ Hintere Kreuzgasse abwarten

Coburg - Baustellen lösen eher selten Begeisterung aus. Egal ob man als Autofahrer oder Fußgänger unterwegs ist, sind mit ihnen meistens Umwege und Zeitverluste verbunden. Um Staus in der Vestestadt zu reduzieren, setzt das Ordnungsamt in der Innenstadt jetzt auf die Mithilfe der Fußgänger.

Genauer gesagt geht es um die Kreuzung Bahnhofstraße/Hintere Kreuzgasse. Zusammen mit der Hindenburgstraße und der Seifartshofstraße treffen hier gleich vier wichtige Coburger Verkehrsadern aufeinander. Seit wenigen Wochen kommt es an besagter Ampelanlage regelmäßig zu Verkehrsüberlastungen und plötzlich auftretenden Rückstaus. Auch außerhalb der Stoßzeiten. Die Nachbarkreuzung (Bahnhofstraße/Heiligkreuzstraße) ist ebenfalls von den Verkehrsbehinderungen betroffen: „An der Signalanlage wurde erhöhtes Verkehrsaufkommen aufgrund der Baumaßnahmen und Sperrungen in der Grafengasse verzeichnet mit Überstauungen der betroffenen Kreuzungen“, bestätigt Kai Holland, der Leiter des Coburger Ordnungsamtes, auf NP-Nachfrage.

Die Lösung, um den fließenden Verkehr zu entlasten, sorgt jedoch bei Fußgängern für Unmut. Ihre Grünphasen wurden nämlich auf ein Minimum verkürzt. „Als Kompensationsmaßnahme wurden Ende August bestimmte verkehrsabhängige Komponenten deaktiviert, was zur Folge hat, dass das Grundprogramm mit relativ kurzen Grünphasen für Fußgänger läuft“, so Holland.

Autofahrer bekommen also schneller wieder freie Fahrt. So wird der Rückstau aufgelöst. Allerdings hat dies zur Konsequenz, dass Passanten, die von der Hinteren Kreuzgasse weiter in die Hindenburgstraße wollen, bis zu drei Rotphasen abwarten müssen. „Wer soll das denn bitte schaffen? Die Ampel zwischen der Seifartshofstraße und der Hindenburgstraße ist höchstens zehn Sekunden für Fußgänger grün. Zusätzlich muss man noch auf Rechtsabbieger aus der Bahnhofstraße achten, weil die zeitgleich Grün haben“, ärgert sich Thorsten Niederwöll. „Ich gehe diese Strecke täglich, aber momentan muss ich wirklich fünf Minuten früher los, weil ich so viel Zeit an der Ampel verliere. Da nehme ich lieber wieder mein Auto“, meint er. Auch Anna Bauerfeind ärgert sich über die ungewöhnlich kurze Schaltung: „Eigentlich bin ich recht sportlich, aber die Kreuzung kann ich nur in einem Rutsch schaffen, wenn ich schnell laufe. Das ist doch ein Witz. Kein Mensch hat die Geduld und wartet drei Rotphasen ab.“

Obwohl die Schaltung der Fußgängerampel ungewöhnlich kurz ist, befindet sie sich laut Holland noch im zulässigen Bereich. Die aktuelle Regelung ist nicht als Dauerlösung gedacht, sondern soll möglichst schnell wieder abgeschafft werden. Die Planungen sehen vor, dass die Grafengasse heute wieder für den Verkehr geöffnet wird. Dann soll auch die Ampelschaltung an der Kreuzung Bahnhofstraße/Hintere Kreuzgasse wieder geändert werden.

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