Bayerische Meisterschaft Podestplätze für TV Ketschendorf

Kerstin Stammberger
Über Urkunden und Pokale bei der „bayerischen“ durften sich (von links) Helene Singer, Anni Schubart und Lina Falk vom TV Ketschendorf freuen. Foto: Kerstin Stammberger

Eine stattliche Ausbeute an Medaillen bringen die fünf Meisterschaftsturnerinnen des TV Ketschendorf aus Unterföhring mit nach Hause. Anni Schubart und Helene Singer holen Titel.

Mit zwei Titeln, drei Silber- und zwei Bronzemedaillen kehrten die Meisterschaftsturnerinnen des TV Ketschendorf von den bayerischen Landesmeisterschaften 2022 aus Unterföhring zurück in die Vestestadt. Der Kontrast zu den Corona-Jahren mit wenig Teilnehmern und ohne Zuschauer war enorm. Bei den jüngsten Turnerinnen der Leistungsklassen 6 bis 8 Jahre sowie den Wettkampfklassen 6 bis 8 Jahre waren über 50 Teilnehmerinnen gemeldet.

Die Mädchen der Leistungsklasse turnen altersgerecht im Pflichtprogramm des Deutschen Turnerbundes. Die Wettkampfklasse wurde in diesem Jahr neu eingeführt. In diesem Programm haben Mädchen die Möglichkeit ein Jahr niedrigere Anforderungen zu turnen. Dies bietet sich für Späteinsteiger mit noch wenig Training an.

Hohe Ziele

Die Ketschendorfer Meisterschaftsturnerinnen reisten mit hohen Zielen nach Unterföhring an. Die Kaderturnerinnen Ida Behr, Sofia Meier Rojas, Lina Falk und Anni Schubart sowie das Nachwuchstalent Helene Singer wollten um die Pokale und Medaillen mitturnen.

Im Jahrgang 2014 legten Lina Falk und Anni Schubart mit starken Leistungen am Sprung los und wurden mit 14,9 und 15,05 von 16 möglichen Punkten belohnt. Beim Stufenbarren müssen beide Mädchen noch an ihren Rückschwüngen arbeiten, zeigten ansonsten jedoch technisch gute Übungen. Ihre 12,7 und 12,8 Punkte wurden nur von zwei Turnerinnen übertroffen. Den Schwebebalken mussten beide Turnerinnen einmal unfreiwillig verlassen. Für ihre sehr schöne Standwaage mit großem Spreizwinkel erhielt Anni Schubart einen Bonus von 0,5 Punkten. Im Endwert hatte Anni Schubart 12,7 Punkte und Lina Falk 11,25 Punkte.

Lina Falk am Boden stark

Die beste Bodenübung gelang Lina Falk mit 14,45 Zählern. Sie turnte mit schöner Haltung und auch sie durfte sich über 0,5 Punkte Bonus freuen, den sie für ihre Sprünge in den Spagat erhielt. Anni Schubart wurde mit 13,9 Punkten belohnt. Lina Falk belegte mit insgesamt 53,4 Punkten und nur 0,05 Punkten Rückstand auf den zweiten Platz Rang 3. Anni Schubart nahm strahlend die Glückwünsche für ihren ersten bayerischen Meistertitel entgegen. Sie erreichte 54,35 Punkte.

Parallel dazu turnte Helene Singer ihren Wettkampf in der AK 7. Sie durfte am Stufenbarren beginnen und zeigte ihre Grundlagenübung am oberen Holm mit einem mutigen Rückschwung. Auch die Übungen an den anderen Geräten gelangen ihr fehlerfrei. Besonders am Schwebebalken und Boden konnte sie sich mit guter Technik und schöner Haltung von der Konkurrenz abheben. Mit über vier Punkten Vorsprung in der Gesamtwertung verteidigte Helene Singer souverän ihren Meistertitel von 2021 und durfte wieder ganz oben auf dem Treppchen stehen.

Gespickt mit Schwierigkeiten

Vom Erfolg ihrer jungen Trainingskolleginnen motiviert gingen Sofia Meier Rojas und Ida Behr in den Wettkampf. In der Altersklasse 11 sind die Inhalte der Übungen nochmals deutlich herausfordernder. Die Übungen sind gespickt mit Schwierigkeiten. Am Sprung müssen zwei unterschiedliche Anforderungen erfüllt werden. Der erste Sprung ist ein Yurchenko-Ansatz. Aus dem Anlauf wird ein Rondat ins Sprungbrett geturnt und anschließend ein Flick-Flack mit Stütz der Hände über den Sprungtisch. Beim zweiten Sprung kann die Turnerin aus den weiteren Sprunggruppen wählen. Ida Behr zeigte den Ansatz zum Tzukahara, Sofia Meier Rojas einen Überschlag mit Salto vorwärts. Die Stufenbarrenübung beginnt mit einer Kippe und Handstand mit halber Drehung. Es folgen die holmnahen Elemente, der Wechsel zum oberen Holm, die Riesenfelgen und der Salto rückwärts als Abgang.

Am Schwebebalken wird eine Kür mit Pflichtelementen geturnt. Gefordert sind ein Schweizer Handstand, eine akrobatische Verbindung aus zwei gespreizten Flickflacks, ein Schrittüberschlag, verschiedene gymnastische Sprünge, eine Drehung und Rondat-Salto rückwärts gestreckt als Abgang. Als Bonus zeigte Sofia Meier Rojas ein freies Rad, mit dem sie den Schrittüberschlag ersetzen darf. Als akrobatische Anforderungen werden am Boden eine Verbindung aus Überschlag – Salto vorwärts gestreckt – Salto vorwärts gehockt, ein gestreckter Salto rückwärts, sowie das gleiche Element mit zusätzlicher ganzer Schraube erwartet. Hinzu kommen gymnastische Sprünge und Drehungen, sowie vorbereitende Elemente für den Stufenbarren und Schwebebalken.

Überraschende Vizemeisterschaft

Ida Behr gelang ein sturzfreier Vierkampf und sie konnte sich im Vergleich zu ihrem vorherigen Wettkampf in allen Bereichen verbessern. Da sie allerdings noch nicht alle Anforderungen perfekt meisterte, musste sie Abzüge im D-Wert inkauf nehmen. Die Ketschendorferin wurde im Mehrkampf Vierte und freute sich sehr über die Vizemeisterschaft am Stufenbarren, mit der sie nicht gerechnet hatte.

Sofia Meier Rojas hatte 2021 mehrere Titel gewonnen und wollte diese verteidigen. Der Wettkampf verlief allerdings für sie an den ersten drei Geräten nicht wie gehofft und sie musste die Konkurrenz davonziehen lassen. Am Ende konnte sie sich noch einmal konzentrieren und zeigte eine sehr schöne Bodenübung. Sie holte Bronze im Mehrkampf, Silber am Boden und beim Sprung sowie Bronze am Schwebebalken.

 

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