Bayern Missbrauch und Kinderpornografie: Zahlen explodieren

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Der bayerische Justizminister Georg Eisenreich (CSU) spricht zur Presse. Foto: Nicolas Armer/dpa/dpa

Ermittlungen wegen sexuellen Missbrauchs und Kinderpornografie im Netz haben deutlich zugenommen - in Bayern sind die Zahlen in diesem Jahr geradezu explodiert.

München (dpa/lby) -  Bis zum 23. November wurden beim "Zentrum zur Bekämpfung von Kinderpornografie und sexuellem Missbrauch von Kindern im Internet" (ZKI) 2728 Verfahren eingeleitet. Das sind rund 140 Prozent mehr als noch im Jahr 2020, wie Justizminister Georg Eisenreich (CSU) am Montag bei der Vorstellung der ersten ZKI-Bilanz sagte. Denn 2020 lag die Zahl der Verfahren bei 1122, im Jahr 2019 bei 947.

322 Täter wurden den Angaben zufolge im vergangenen Jahr allein in Bayern wegen sexuellen Missbrauchs von Kindern verurteilt. Das sind 4,5 Prozent mehr als 2019. Noch sehr viel deutlicher fällt das Plus im Bereich von sexuellen Gewaltdarstellungen aus: 473 Menschen wurden den Angaben zufolge 2020 wegen des Besitzes oder der Verbreitung von Kinderpornografie verurteilt. Das sind fast 27 Prozent mehr als 2019.

"Hinter jeder Tat, hinter jedem Bild steht das unfassbare Leid eines Kindes", betonte Eisenreich. "Mit dem ZKI erhöhen wir den Verfolgungsdruck auf die Täter noch weiter."

Die Spezialeinheit des ZKI wurde im September 2020 unter dem Dach der "Zentralstelle Cybercrime Bayern" (ZCB) bei der Generalstaatsanwaltschaft Bamberg gegründet. Seither sind acht Staatsanwältinnen und Staatsanwälte dort für die Verfolgung von sexuellem Missbrauch und Kinderpornografie verantwortlich - doppelt so viele wie vor der Gründung des ZKI.

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