Bayern Weihnachtshäuser sorgen für Adventsstimmung

Ausgesägte Krippenfiguren, mit Lichtern umrahmt, leuchten im Garten eines sogenannten Weihnachtshauses. Foto: Karl-Josef Hildenbrand/dpa/Archivbild/dpa

Jedes Jahr im Advent sind Weihnachtshäuser mit ihren unzähligen Lichterketten ein Blickfang für Passanten. Die eine mag's amerikanisch-bunt, der andere lieber einfarbig-besinnlich. Aber auch hier bleibt Corona nicht ohne Konsequenzen.

Balzhausen/Hohenlinden - Die Christkindlmärkte im Freistaat sind abgesagt, verschiedene Weihnachtshäusern verbreiten aber immerhin etwas Adventsstimmung. "Es ist ein gewisses Hobby. Wir haben selber keine Kinder und machen das für die Öffentlichkeit", erzählt Josef Glogger, Weihnachtshaus-Betreiber im schwäbischen Balzhausen. 35.000 bis 40.000 LEDs beleuchten bei ihm Haus, Garten und Krippe.

Wie in Balzhausen erstrahlen ab dem ersten Advent am Sonntag etliche Weihnachtshäuser in Bayern. Eine regelrechte Lichtershow gibt es in Hohenlinden bei München. Wer dort der Bitte "Drück mich" nachkommt und ein Fußpedal betätigt, bekommt eine LED-Choreografie mit Musik geboten. Die mehr als 30.000 bunten Lichter leuchten und "tanzen" dann zu US-amerikanischen Weihnachtsliedern wie "Jingle Bells" oder einer Technoversion von "Amazing Grace".

"Alles wird in mühsamer Handarbeit programmiert", sagt die Besitzerin Mariola Voß. Auch viele der Kabel seien mittlerweile selbst gelötet, denn die deutschen Produkte von der Stange hätten eine kleine Zeitverzögerung - zu viel für synchronisierte Choreografien. Die Inspiration hatte die Familie 2009 von einem USA-Aufenthalt mitgebracht, seitdem kam Jahr für Jahr Neues dazu. "Das Zusammenspiel von Licht und Musik, die wirklich kraftvollen, schwungvollen Lieder - das fasziniert uns immer noch", sagt Voß "Wenn Regenbogenfarben ins Spiel kommen, ist das für mich immer das Größte."

Weihnachtshaus-Betreiber Glogger hält es dagegen eher mit besinnlichem Weiß. "Lieber eine einheitliche Farbe. Ich finde, zur Weihnachtszeit passt das Knallbunte nicht, zumindest bei uns in der Gegend nicht", sagt der Mann aus dem schwäbischen Landkreis Günzburg. Vor gut 15 Jahren habe er mit den Lichterketten angefangen. "Die Kinder kommen und rätseln: Was ist heuer neu? Die erwarten jedes Jahr was Neues." In diesem Jahr habe er etwa den Krippenstall neu gemacht.

Bei beiden Weihnachtshäusern werden Spenden gesammelt. Ihre älteste Tochter habe einen Herzfehler und mehrmals operiert werden müssen, die Einnahmen gingen deshalb an das Deutsche Herzzentrum in München, erzählt Mariola Voß. Auch in Balzhausen werden Spenden wegen eines Anlasses in der Familie gesammelt: Sie gehen an die Leukämie- und Stammzellenforschung der Universitätsklinik Ulm. "Die haben uns geholfen und jetzt helfen wir denen", sagt Josef Glogger.

Doch nicht alle Weihnachtshaus-Betreiber haben angesichts steigender Infektionszahlen den Schritt in diesem Jahr gewagt. So bleiben etwa die rund 30.000 Lichter des Hauses im oberbayerischen Olching im Advent aus. "Es tut mir leid, dass wir das das zweite Jahr so machen müssen", sagt Betreiber Manfred Piringer. Die Gefahr sei aber einfach zu groß, dass etwas passiere, wenn viele Leute dicht an dicht zusammenkämen. "Für mich ist es ein Stich ins Herz, weil man sich doch freut, den Leuten eine Freude zu bereiten."

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