BBC Coburg Gelingt der perfekte Playoff-Start?

Was lässt er sich einfallen? BBC-Trainer Valentino Lott gelang in seiner ersten Trainersaison direkt der Einzug in die Playoffs. Foto: Frank Wunderatsch

Die Coburger Basketballer starten am Samstag gegen Stahnsdorf in die Meisterschaftsrunde. Coach Valentino Lott trifft einen alten Bekannten.

Coburg - Der BBC Coburg startet in die Playoffs der 2. Basketball-Bundesliga Pro B. Den Auftakt im neuen Playoff-Modus macht das Heimspiel gegen den Siebtplatzierten aus der Nordstaffel, die TKS 49ers (Samstag, 19 Uhr/live bei sportdeutschland.tv). Dabei trifft Cheftrainer Valentino Lott auf einen alten Bekannten.

Zum zweiten Mal in der Vereinsgeschichte nach der Vorsaison steht der BBC Coburg in den Playoffs, zum ersten Mal soll nun auch gespielt werden. Die Tatsache, dass man mit den Gästen auf ein Team trifft, gegen das man bisher noch nie angetreten ist, macht das Ganze noch eine Spur exotischer. Ein ganz besonderes Spiel also für Valentino Lott und seine Schützlinge.

Die Stahnsdorfer schlossen die Hauptrunde als Tabellensiebter der Nordstaffel ab. Interessant: Eigentlich waren die Brandenburger schon als Gegner ausgeschlossen. Dann aber wurde die Partie zwischen den 49ers und Schwelm aufgrund eines Verdachtsfalls bei den Westfalen abgesagt und – spielordnungskonform – nicht mehr nachgeholt, sodass sich plötzlich die Randberliner als erster Gegner der Vestestädter entpuppten. Mit elf Siegen aus 21 Spielen haben die Blau-Weißen damit eine knapp positive Bilanz, schlugen unter anderem den Zweiten aus Itzehoe mit 110:101 und besiegten Gruppengegner Münster mit 87:85.

Blick in die Statistik

Die Statistik verrät: Das Spiel der Gäste ist eher langsam: Mit 27,4 erfolgreichen Korbabschlüssen pro Spiel haben sie den zweiniedrigsten Wert der Nordstaffel vorzuweisen. Dafür können sie im Teamplay überzeugen: 21,2 Assists pro Partie verteilen die Stahnsdorfer, nur Iserlohn und Bochum kommen in der gesamten Pro B auf mehr Vorlagen. Zum Vergleich: Der BBC hat als drittbeste Mannschaft im Süden 18,4 Assists im Schnitt vorzuweisen.

Herzstücke der Mannschaft sind US-Import Malik Toppin auf den großen Positionen sowie der Aufbauspieler Karolis Babkauskas. Während der 2,03 Meter große Toppin auf 19,5 Punkte sowie 9,1 Rebounds im Schnitt kommt, liefert der Litauer 15,1 Zähler sowie 7,7 Assists pro Partie ab. Beeindruckend bei Toppin ist vor allem seine Konstanz: Nur einmal in 20 Spielen konnte er bei einer einstelligen Punktezahl gehalten werden. Was er in Bestform zeigt, spürte Itzehoe, gegen die er mit 24 Punkten sowie 19 Rebounds ein echtes Monsterspiel ablieferte. Mit Sebastian Fülle hat Trainer Vladimir Pastushenko zudem einen erfahrenen deutschen Flügelspieler: Der 28-Jährige wurde in der Jugend von Alba Berlin ausgebildet, wo er an der Seite von Nationalspieler Niels Giffey und Konstantin Klein 2008 U 19-Meister wurde. Nach einigen Kurzeinsätzen in BBL und Euroleague spielte Fülle unter anderem für Gotha, Bernau und den Mitteldeutschen BC, ehe er sich 2018 den Stahnsdorfern anschloss.

Mit 13,9 Punkten, 3,6 Rebounds und 3,5 Assists liefert der 1,92 Meter große Fülle gute Allround-Werte ab. „Er ist mein Jahrgang, wir kennen uns von vielen Jugendmeisterschaften und Bundesjugendlager – schon damals konnte er werfen“, schmunzelt Coburgs Cheftrainer Valentino Lott.

Bulic muss passen

Verzichten muss Trainer Lott auf der Lauterer Höhe neben Christopher Wolf auf Adrian Bergmann (Bänderriss im Knöchel) und Leon Bulic, der im vergangenen Spiel gegen Hanau umgeknickt ist.

Trotzdem, die Marschroute für den BBC ist klar: Um sicher in die nächste Gruppenphase einzuziehen, sollten drei Siege aus drei Spielen her. Deshalb kann sich Coburg gegen die 49ers keinen Ausrutscher erlauben. „Wir müssen uns nicht verstecken, auch wenn sie gezeigt haben, dass Basketball spielen können. Wir gehen mit viel Selbstvertrauen in die Runde und wollen jedes Spiel gewinnen.“

Auch in den Playoffs ist der BBC Coburg live und kostenfrei über sportdeutschland.tv zu sehen: Die Übertragung mit Martin Vogel beginnt um 18.50 Uhr.

Die TSK 49ers im Portrait

• Gegründet wurde der Klub 1949 und repräsentiert die Gemeinden Teltow, Kleinmachnow und Stahnsdorf – so erklärt sich der Name der Brandenburger. Die drei Gemeinden haben zusammen gut 51 000 Einwohner und liegen direkt an der Stadtgrenze zur Bundeshauptstadt. Im Schatten von Alba Berlin haben sich die Stahnsdorfer als zweite Kraft im Herrenbasketball in der Hauptstadtregion etabliert.

• Seit den 1980er-Jahren wird in der Berliner Peripherie Basketball gespielt, was damals eine kleine Sensation war: Der Korbsport galt in der DDR als nicht förderungswürdig. Nicht, weil der schönste Sport der Welt beim „Klassenfeind“ USA erfunden wurde, sondern weil die Chancen auf Medaillen im Mannschaftssport als gering eingeschätzt wurden. Trotzdem wurde in Stahnsdorf mit Begeisterung auf Körbe geworfen.

• Im Jahr 2007 gehörten die Stahnsdorfer zu den Gründungsmitgliedern der Pro B, wo man bis 2018 durchgängig spielte. Auch in Oberfranken hinterließ der Klub damals schon Spuren, als man im Jahr 2014 in den Playoffs auf Baunach traf. Einem Jahr in der Regionalliga folgte 2019 der direkte Wiederaufstieg. Beendeten die 49ers die vergangene Saison als Schlusslicht der Nordstaffel, konnte man dieses Jahr als Siebter erstmals seit 2014 wieder die Playoffs erreichen.

• Neben der Pro B-Mannschaft gehen die Stahnsdorfer in der NBBL als Teil der AB Baskets sowie in der JBBL an den Start.

• Gesicht der Klubs ist Trainer Vladimir Pastushenko. Der Ukrainer trat das Amt erstmals 2003 im Amateurbereich an und führte den Klub in die Pro B. Nachdem er 2012 als Trainer gehen musste, kehrte er als Sportdirektor zurück. Zunächst sprang er 2015 wieder als Cheftrainer ein, dann noch einmal 2019 für zwei Spiele. In dieser Saison kehrte der 49-Jährige wieder dauerhaft als Headcoach an die Seitenlinie zurück. Interessant: Von 2016 bis 2017 stand mit Thomas Roijakkers der Bruder des heutigen Bamberger Headcoaches Johan bei den Brandenburgern in der Verantwortung.

• Nun treffen die TSK 49ers erstmals auf den BBC Coburg. Das Spiel findet, genau wie das Aufeinandertreffen mit dem zweiten Nordvertreter, den WWU Baskets Münster, auf der Lauterer Höhe in Coburg statt. Ein Rückspiel in der Arena der Stahnsdorfer ist im Modus der Pro B-Playoffs dieses Jahr nicht vorgesehen. So wird es bei einem einzigen Duell am Samstag um 19 Uhr bleiben – wenn nicht die Stahnsdorfer mit dem BBC in die nächste Runde einziehen sollten.

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