Besonderer Unterricht an der Asco Mumien im Klassenzimmer

Fremde Sprachen, lustige Spiele und spannende Kulturen: Im Rahmen der Coburger Toleranzwoche lernen Grundschüler an der Asco Sprachenschule viel über andere Länder. Und finden einfach „alles schön“.

 
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Hm, wie heißt das noch gleich, was die Franzosen so gerne zum Frühstück essen? Diese langen, hellen Brotstangen? Tim, Lea, Anton und ihre Mitschüler überlegen angestrengt und mustern aufmerksam die bunten, kleinen Bildchen, die vor ihnen auf dem Tisch liegen. Dann fällt es ihnen schlagartig ein: „Baguette“, schallt es wie aus einem Mund. Und schnell werden weitere Wörter gelernt, „fête“, „manger“, „montagne“ und noch viele mehr.

Die Zweitklässler der Coburger Jean-Paul-Grundschule haben sich auf Reise begeben und befinden sich gerade in Frankreich. Die blau-weiß-rote Trikolore hängt von der Decke, auf dem Boden befinden sich wichtige Sehenswürdigkeiten von Paris und anderen Städten. Eingeladen zu der Reise hat die Sprachenschule Asco im Rahmen der Woche „Toleranz(t)räume Coburg 2024“ mit Unterstützung des Bundesprogramms „Demokratie Leben“.

Im Laufe der Woche durften vier Grundschulen, neben der Jean-Paul, auch die aus Neuses, Creidlitz und dem Heimatring einen Vormittag an der Sprachenschule verbringen und andere Länder und fremde Wörter kennen lernen. Voraussetzung war ein Wettbewerb, den Englischlehrerin Claire Naumann zusammen mit ihren Schülern der Berufsfachschule für die Coburger Zweitklässler erstellte und zu dem sämtliche Grundschulen in der Vestestadt eingeladen wurden. Gabriele Heller, Leiterin der Jean-Paul-Grundschule, ist besonders von der offenen Fragestellung begeistert: „Das hat bei meinen Schülern viel Fantasie in Gang gesetzt.“ So sollten die Jungen und Mädchen unter anderem einen Namen für „ihr“ Land erfinden und Flaggen dazu gestalten. Klassisch ging es dabei nicht zu, vielmehr lustig und kreativ: „Bananiland“ ist da zu lesen, „Kiki“, „Fußballland“ und ganz oft „Regenbogenland“.

In verschiedenen Räumen der Asco luden die angehenden Fremdsprachenkorrespondenten in landestypischer Kleidung zum Entdecken von Ägypten, Spanien, Australien und eben Frankreich ein. Im Land der Pyramiden wurde nicht nur die Kultur der Pharaonen vorstellt, sondern auch als Mumie durch den Klassenraum spaziert. Hilfe leisteten dabei zahlreiche Rollen Klopapier. Voller Schwung zeigten sich die „Spanier“: Mit dem gesamten Körper lernten sie Worte der romanischen Sprache und tanzten dabei voller Freude und Einsatz zu dem spanischen Kinderlied „Veo, veo“. Das Favoritenland schien allerdings Australien gewesen zu sein. „Coole Ranger“ bastelten mit den Jungen und Mädchen Schlangen und Haie aus Papier und naschten Koalabären-Kekse. „Das hat mir total Spaß gemacht“, freut sich Emin und zeigt stolz sein Reptil aus buntem Papier, während Elena sich über ihren „gefährlichen shark“ freut.

Mit den Kindern strahlen die „Reiseführer“ der Asco um die Wette. Ja, es sei viel Vorbereitung gewesen, doch es mache Riesenspaß, sind sich alle einig, während Lehrerin Claire Naumann hinzufügt: „Es ist wahnsinnig schön, dies zusammen zu machen.“ Beteiligt waren alle 23 Schüler ihrer Klasse, die sich im zweiten Semester der Ausbildung an der Berufsfachschule befinden. „Wir möchten die Kinder dazu animieren, die Welt der Sprachen zu entdecken und so ihr Interesse daran wecken“, erklärt Asco-Geschäftsführer Matthias P. Schmidt. Gerade in unserer multikulturellen Gesellschaft sei kulturelles und sprachliches Verständnis von großer Bedeutung.

Dass die Asco in dieser Woche dazu beigetragen hat, ist unschwer zu merken: Im gesamten Schulhaus mischen sich unter das Stimmengewirr Lachen und fröhliche Kindergespräche. Und Emma weiß gar nicht, was ihr am besten gefallen hat. Sie überlegt und sagt dann: „Alles, einfach wirklich alles.“

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