Wer auf Ermelinde Neess trifft, bekommt direkt gute Laune. Die 67-Jährige – hochgesteckte rotbraune Haare, Perlenohrringe, Halskette – ist voller Energie. Sie strahlt ihr Gegenüber an, streckt ihre Hand zum Gruß entgegen. „Ich brauche den Umgang mit Menschen“, sagt sie gleich. Und das ist ihr anzumerken, als sie dann über den Flur der Station 73 im Coburger Sana-Klinikum läuft. Hier ein Hallo, da ein kurzer Schwatz. „Guten Morgen, wie geht’s Ihnen?“, fragt sie eine Patientin, die im Rollstuhl sitzt und beugt sich zu ihr herunter. „Haben Sie heute wieder ihr grünes Westle an?“ Die Hand der Besucherin streift das wollene Oberteil der alten Dame, auf deren Gesicht sich ein Lächeln ausbreitet. Auch Smalltalk kann aufheitern.
Besuchsdienst am Klinikum Coburg Das Gefühl, den Tag besser gemacht zu haben
Alexandra Paulfranz 30.08.2025 - 14:00 Uhr