Besuchsdienst in Wallenfels Seit 40 Jahren sind sie da

Susanne Deuerling

Im Jahr 1982 gründen zwei Frauen in Wallenfels einen Besuchsdienst für Senioren. Bis heute ist dieser eng verbunden mit dem dortigen Alten- und Pflegeheim St. Elisabeth.

Wallenfels: eine Stadt im Herzen des Frankenwaldes. Eine Stadt mit Herz und herzlichen Menschen. Ein Herz für Kinder, Jugendliche, Erwachsene und vor allem ein Herz für Senioren und Seniorinnen, die im Caritas Alten- und Pflegeheim St. Elisabeth leben und betreut werden. Und noch jemand hat ein Herz für die Bewohner des Heims. Eine starke Verbundenheit und ein Erfolgsrezept seit 40 Jahren ist der Besuchsdienst, der sich aufopferungsvoll vor allem um die Heimbewohner kümmert, die allein sind, keinen oder wenig Besuch erhalten und einfach Gesellschaft und Aufmerksamkeit benötigen. Die Frauen sind da, wenn sie gebraucht werden, sie packen einfach mit an, ohne lange zu debattieren und helfen da, wo die Möglichkeiten der Pfleger und Pflegerinnen an ihre Grenzen kommen.

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1982, vor 40 Jahren wurde der Besuchsdienst von Marga Spranger und Rosi Hentschel ins Leben gerufen und ist seitdem untrennbar mit der Geschichte des Altenheims St. Elisabeth verbunden. Und die beiden Frauen sind immer noch an „vorderster Front“ dabei. Auch wenn man sich in den vergangenen zwei Jahren aufgrund der Corona-Vorschriften nicht so engagieren konnte, wie man es wollte.

Viele Schicksale, die unvergessen sind

Es wurde trotzdem niemand vergessen. Man half, wo man nur konnte – und durfte. Denn schließlich gibt es nicht nur Leid und Krankheit, sondern man nimmt auch viel mit, es wird gelacht, geredet und Erinnerungen geteilt. „Man erfährt viele Schicksale, die man nie wieder vergisst“, sagt Rosi Hentschel.

In den Anfängen der Pandemie war es für die Bewohner und den Besuchsdienst gleichermaßen schwer. Konnten sie sich doch nicht sehen, nicht reden oder einfach nur da sein. Als etwas gelockert wurde, begannen die Frauen des Besuchsdienstes wieder damit, wenigstens Geschenke zum Geburtstag, zu Weihnachten oder Ostern im Heim abzugeben. Ab dem vergangenen Jahr war es dann wieder möglich, mit Termin die Bewohner zu besuchen. Natürlich immer mit Test, Maske und der gebührenden Vorsicht. „Es war schon schwer, niemandem die Hand geben zu können oder liebe Bekannte in den Arm zu nehmen“, meint Marga Spranger. Aber immerhin konnte man wieder ins Heim. Es gab viele neue Bewohner, Altbekannte, die sie vermisst haben, und leider auch viele, die inzwischen verstorben waren und die man nicht mehr sehen oder begleiten konnte.

800 Euro vom Bürgermeister

Nichts geht ohne Geld. Der Besuchsdienst finanzierte sich von Anfang an durch Sommerfeste und Spenden und immer wurde das Geld zweckgebunden eingesetzt. Nicht nur zu besonderen Tagen erhalten die Bewohner Zuwendungen und Geschenke, es wurden auch schon Gartenstühle, Sonnenschirme, Rollstühle und vieles mehr für das Heim beschafft. Unterstützung findet der Besuchsdienst bei der Stadt Wallenfels und auch den Vereinen, die immer wieder durch Spenden die Arbeit der rührigen Frauen unterstützen.

Auch Jens Korn ist von der Arbeit der Frauen, momentan sind es etwa 15, überzeugt und spendet deshalb aus seiner Privatkasse 800 Euro für ihre Aktivitäten. „Den Corona-Bonus, den ich als Beamter bekommen habe, spende ich gerne für gute Zwecke, da wird das Geld nötiger gebraucht“, betont Korn.