Betrug in Unterfranken Senioren erneut Opfer

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Zwei ältere Damen übergaben in separaten Fällen Gold und Bargeld im Wert von insgesamt 90 000 Euro an Unbekannte. Eine Geldübergabe von 45 000 Euro konnte die Polizei gerade noch verhindern.

Bereits am Freitagmorgen, 2. Juni, begannen unbekannte Täter damit, Menschen in ganz Unterfranken anzurufen. Foto: picture alliance/dpa/Julian Stratenschulte

Auch am Freitag gab es erneut zahlreiche betrügerische Anrufe bei älteren Menschen in Unterfranken, wie Polizeihauptkommissar Andy Laacke vom Polizeipräsidium Unterfranken in einer aktuellen Meldung an die Presse mitteilt. „Die Betrüger gaben sich oft als Staatsbedienstete aus und verlangten Geld und Wertgegenstände als Kaution für angebliche Strafverfahren gegen ihre vermeintlichen Verwandten“, so Laacke. In zwei Fällen übergaben ältere Damen Gold und Bargeld im Wert von insgesamt 90 000 Euro an unbekannte Personen. In einem Fall konnte die Polizei die Übergabe von 45 000 Euro verhindern.

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Tochter angeblich Opfer eines Unfalls

Bereits am Freitagmorgen begannen unbekannte Täter damit, Menschen in ganz Unterfranken anzurufen. Gegen 9.45 Uhr wurde eine 61-jährige Frau von Betrügern kontaktiert, die behaupteten, ihre Tochter habe einen tödlichen Verkehrsunfall verursacht und würde inhaftiert werden, wenn die Frau nicht eine Kaution in Höhe von mehreren zehntausend Euro zahlen würde. Die besorgte Frau aus Würzburg hob daraufhin 30 000 Euro von ihrem Sparbuch ab und übergab das Geld an einen unbekannten Mann im Ringpark in Würzburg. Erst rund zweieinhalb Stunden später erkannte sie, dass sie betrogen worden war, als sich ihre Tochter meldete. Auch eine andere ältere Dame aus Würzburg fiel gegen 14.30 Uhr auf dieselbe Betrugsmasche herein und übergab 60 000 Euro in Goldbarren an einen Unbekannten. Erst als der Betrüger mit den Goldbarren in Richtung Juliuspromenade davonlief, wurde auch hier der Betrug bemerkt.

Anruf von angeblichen Justizmitarbeitern

Die Polizeiinspektion Schweinfurt und die Verkehrspolizei Aschaffenburg konnten jedoch zusammen mit der Einsatzzentrale des Polizeipräsidiums Unterfranken eine weitere Geldübergabe an Betrüger gerade noch rechtzeitig verhindern. Eine Verwandte eines 51-jährigen Mannes aus dem Landkreis Schweinfurt informierte die Einsatzzentrale darüber, dass der Mann von angeblichen Justizmitarbeitern angerufen wurde und aufgefordert wurde, eine Kaution für seine Tochter zu hinterlegen. Auch dieser Mann fiel auf die Betrüger herein und holte 45 000 Euro aus seinem Schließfach bei der Bank, um das Geld den vermeintlichen Staatsbediensteten zu übergeben. Da die Verwandte des Mannes den genauen Übergabeort nicht kannte und die Polizei im Dunkeln tappte, leiteten die Polizeiinspektion Schweinfurt und die Einsatzzentrale des Polizeipräsidiums Unterfranken umfangreiche Fahndungsmaßnahmen ein. Zahlreiche Polizeikräfte aus Schweinfurt suchten nach dem 51-Jährigen, der mit seinem Auto von der Bank mit dem Geld weggefahren war. Die Beamten der Einsatzzentrale konnten den Mann gegen 14.15 Uhr aufspüren, als er mit seinem Fahrzeug auf der Autobahn in Richtung Aschaffenburg unterwegs war. Die Streifenbesatzungen der Verkehrspolizeiinspektion Aschaffenburg konnten den 51-Jährigen schließlich zu einem Rastplatz lotsen und ihn dort über den Betrugsversuch informieren. Nur wenige Minuten später hätte der Geschädigte seine Ersparnisse an unbekannte Betrüger übergeben.

Auflegen und nachfragen

Das Polizeipräsidium Unterfranken warnt daher eindringlich: „Legen Sie auf, wenn Ihnen ein Anruf seltsam vorkommt. Rufen Sie selbst die Notrufnummer 110 an und fragen Sie bei der Polizei nach einem entsprechenden Einsatz oder ob tatsächlich Verwandte in Not sind.“ Die Polizei fordert Bürger zudem niemals telefonisch auf, Geld oder Schmuck zu Hause bereitzulegen oder an Abholer zu übergeben. „Weder Polizei noch Justiz werden Sie jemals auffordern, Geld zu überweisen“, so Laacke in seiner Meldung. „Übergeben Sie kein Geld an Fremde. Auch die Polizei wird nicht zu Ihnen nach Hause kommen, um Wertsachen in Verwahrung zu nehmen.“ Die Täter können mithilfe von Call-ID-Spoofing beliebige Rufnummern auf Ihrem Telefon anzeigen lassen. Die echte Polizei erscheint niemals als 110, auch nicht mit Vorwahl.