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Das Blasorchester Ebern steht unter neuer musikalischer Leitung von Falk Krause. Er bewegt sich hier auf bekanntem Terrain, denn er half vor einigen Jahren schon als Oboist aus.
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r hat seine musikalischen Gene schon vom Vater ererbt. Dieser spielte in der Staatskapelle Dresden das Englischhorn, der Sohn studierte von 1974 bis 1979 an der Hochschule für Musik in Dresden Oboe. Nach vielerlei musikalischen Stationen leitet Falk Krause nun seit knapp einem Jahr das Blasorchester Ebern. Zwei Konzerte haben Orchester und Dirigent bisher miteinander bestritten, mehr ließen die Coronabedingungen nicht zu. Auf viele weitere darf man sich freuen.
Erste Station der Laufbahn von Falk Krause war das Staatstheater Meiningen, wo er bis 1988 als Oboist im Orchester wirkte. In München übernahm er für einige Jahre die Schwangerschaftsvertretung für eine Professorin, danach zog es ihn nach Bamberg, wo er bis heute lebt und arbeitet, als Dozent an der Universität und an der Kreismusikschule, als Mitglied verschiedener Ensembles, wie dem Bamberger Kammerorchester, als Solist für Oboe d’amore mit Auftritten in ganz Deutschland und, last but not least, als Dirigent zweier Blasorchester in Trunstadt und Ebern.
Vor einigen Jahren hatte Falk Krause eine Zeit lang im Blasorchester Ebern als Oboist ausgeholfen. Im Sommer 2021 standen er und der Eberner Hornist Klaus Plott zufällig hintereinander in der Schlange an der Speisenausgabe eines Bierkellers in der Region. Man kam ins Gespräch. Der Dirigent Sebastian Saffer hatte die Eberner gerade verlassen, die Stelle war offen, auf Ausschreibungen meldete sich nur eine Person, die sich dann anderweitig entschieden hat. „Mich würde das reizen,“ gab Krause zu wissen – und man vereinbarte ein Probedirigat zwei Wochen später. Weitere Coronalockdowns verhinderten noch einige Zeit kontinuierliche Probenarbeit des Klangkörpers, der sich im wahrsten Sinne des Wortes jetzt langsam wieder „einspielt“, zum Beispiel beim Sommerfest der CSU Ebern oder beim Pfarrgartenfest, an dem die Stadt für die vielfältigen musikalischen Aktivitäten als Landmusikort ausgezeichnet wurde.
Bei einer Probe in der vergangenen Woche waren etwa 25 Musikerinnen und Musiker anwesend. Zum einen gab es krankheitsbedingte Ausfälle, zum anderen haben sich noch nicht alle der ursprünglich 45 bis 50 Orchestermitglieder nach der langen Coronapause durchgerungen, wieder regelmäßig zu proben und aufzutreten. Falk Krause hat das erklärte Ziel, wieder alle zusammenzubringen. Auch möchte er „die Musiker dort abholen, wo sie sind, mit Freude und Spaß die Spielqualität erhöhen.“
Das diesjährige Braugassenfest am Samstag, dem 30. Juli, wirft seine Schatten voraus, das anspruchsvolle Repertoire will eingeübt werden. Ohne Taktstock, aber mit viel Elan und Körpereinsatz führt der Dirigent durch die Probe: „Das fortepiano habe ich doch dirigiert …“. Seinen Ohren entgeht nichts, „das ist ein Tick zu tief“, der richtige Rhythmus will sich nicht gleich einstellen, ein Medley der unvergesslichen Ohrwürmer der Comedian Harmonists nimmt in einer konzertanten Fassung für Blasorchester Stück für Stück musikalische Gestalt an und erklingt schließlich ohne Unterbrechungen und Anmerkungen.
„Das müsst ihr euch unters Kopfkissen legen, wenn nicht sogar üben …“, so das launige Resümee des Dirigenten. Es ist unbedingt anzunehmen, dass auch die anderen Stücke auf dem Spielplan für das Braugassenfest so swingen und „fetzen“ und mit viel Können und Spielfreude zu Gehör gebracht werden. Vorfreude ist angesagt.