Blumen und Grablichter Norwegergräber für Lautertal

Andreas Herzog

Der Gemeinderat führt eine weitere Bestattungsform ein. Für Diskussion sorgt eine Beteiligung an der Bürgerenergiegenossenschaft Coburger Land.

Eine neue Bestattungsart in Form sogenannter „Norwegergräber“ wird es künftig auf den Lautertaler Friedhöfen geben. Foto: Martin Rebhan

Lautertal bringt eine neue Bestattungsform auf den Weg. Mit sogenannten „Norwegergräbern“ soll eine Feuerbestattung mit Grabschmuck auf den gemeindlichen Friedhöfen erlaubt werden. Das sind Urnengräber mit einem kleinen Grabstein und einer geschlossenen Umrandung mit der Möglichkeit für die Angehörigen, Blumen, Grablichter und Ähnliches niederzulegen und diese so zu einem persönlichen Ort des stillen Gedenkens zu machen.

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Wie 2. Bürgermeister Martin Rebhan in dem entsprechenden Antrag der SPD-Fraktion darstellte, sei so eine weitere von den Bürgern gewünschte Form der Bestattung mit geringerem Pflegeaufwand als Alternative umzusetzen. Bisher war die Urnenbeisetzung in der Urnenwand oder auf der grünen Wiese möglich. Es komme sehr häufig vor, dass Angehörige Blumen und andere Zeichen des Gedenkens direkt an der Grabstätte ablegen, was in der Satzung bisher nicht vorgesehen sei und den Bauhof mit der späteren Beräumung zusätzlich belaste. „Dafür sind bei den neuen Gräbern künftig die Angehörigen verantwortlich und wir bieten unseren Bürgern ohne großen Aufwand einen weiteren Service“, sagte Rebhan. Der Beschluss dazu erfolgte einstimmig.

Mit zehn Anteilen zu je 500 Euro wird sich die Kommune an der Bürgerenergiegenossenschaft Coburger Land (Solarpark) beteiligen. Dies wurde vom Gremium bei drei Gegenstimmen beschlossen. Gemeinderat Martin Flohrschütz hatte dazu schon in der letzten Sitzung Bedenken geäußert. Man solle die Genossenschaft bei der Umsetzung des Vorhabens in jeder Weise unterstützen, aber die finanzielle Beteiligung anderen Interessenten und den Bürgern überlassen. Der 2. Bürgermeister begründete jedoch den entsprechenden Antrag der SPD-Fraktion damit, dass man mit dem Anteilserwerb als Gemeinde ein Zeichen für alternative Energien setzen solle. „Es ist unsere Aufgabe, mit Vorbildwirkung dabei zu sein. Das ist zugleich ein Teil der Bürgerdaseinsvorsorge“, betonte Rebhan.

Fast zum „Wahrzeichen“ für den Ortsteil Tiefenlauter ist die im Jahre 2000 von der Interessengemeinschaft Gewerbetreibender in Lautertal e. V. initiierte und errichtete Franziskuskapelle geworden. „Sie wird von Einwohnern und Gästen gleichermaßen gewürdigt und besucht“, erklärte Erster Bürgermeister Karl Kolb. Damals stellte die Gemeinde ein Grundstück für den Bau zur Verfügung und wurde Eigentümer der Kapelle. Für die Erhaltung ist jedoch die IGL laut eines damals geschlossenen Übergabe- und Nutzungsvertrages zuständig. Inzwischen hat die Gemeinschaft allerdings Sorge, dass sie die Kosten für größere Instandhaltungsmaßnahmen nicht mehr begleichen kann und die IGL-Beiträge nicht mehr satzungskonform verwendet werden. Deswegen schickte sie eine Kündigung für das Jahresende an die Gemeinde, um aus der Verantwortung für die Instandhaltung von Kapelle und Grundstück herauszukommen, wie der Erste Bürgermeister informierte. Der Gemeinderat beschloss – bei einer Gegenstimme –, die Kündigung abzulehnen. Man war sich jedoch darüber einig, dass man sich mit den beiden Kirchen und der IGL an einen Tisch setzen und nach Lösungen suchen wolle.

Den Bedarfsplan der Freiwilligen Feuerwehr Lautertal stellten 1. Kommandant Jürgen Kalb und 2. Kommandant Matthias Grosch vor. In dem sehr umfassenden Werk wurde deutlich, welche enormen Aufgaben die ehrenamtlichen Kameraden für die Bevölkerung – von Brandeinsätzen und Schutzmaßnahmen bis hin zu technischen Hilfeleistungen – erbringen. Einen Schwerpunkt bilden auch Einsätze bei Unfällen auf der A 73. Die Freiwillige Feuerwehr Lautertal mit ihren Löschzügen in den Ortsteilen sei mit hoch motivierten Aktiven gut besetzt, es gibt eine sehr starke Jugend- und Kinderfeuerwehr und auch die Zahl der Kameradinnen steigt weiter. „Dringender Bedarf besteht in zwei weiteren LKW-Fahrern oder Fahrerinnen. Es wäre toll, wenn wir dieses Problem lösen könnten“, sagte der stellvertretende Kommandant und verwies auf eine finanzielle Unterstützung beim Erwerb der LKW-Fahrerlaubnis durch die Gemeinde.

Die beiden Kommandanten und auch Kreisbrandrat Stefan Püls zeigten den enormen Bedarf für die Feuerwehr in den nächsten fünf Jahren auf. Neben bautechnischen Dingen und einem weiter so hohen Ausbildungsstand sind vor allem der Neukauf eines Mehrzweckfahrzeuges im Jahr 2024 (Kosten circa 180 000 Euro) für die Zentrale FW und eines Tragkraftspritzenanhängers für den Löschzug Neukirchen (20 000 Euro) 2023 erforderlich. Erster Bürgermeister Karl Kolb lobte die „tolle Truppe“, die man in jeder möglichen Art und Weise weiter unterstütze.