BN-Aktion im Frankenwald Forschung für den Zukunftswald

red

Der BN testet eine effektive Wiederbewaldung. Auf zehn Versuchsflächen im Frankenwald werden verschiedene Baumarten angepflanzt.

Auf den Versuchsflächen werden unter anderen Salweide, Sandbirke, Vogelbeere und Zitterpappel angepflanzt. Foto: Joerg Farys - www.dieprojektoren.de

Der BUND Naturschutz startet im Frankenwald ein groß angelegtes Wiederbewaldungsprojekt. Auf zehn Versuchsflächen in den Landkreisen Hof und Kronach werden verschiedene Baumarten gepflanzt, um herauszufinden, welche Kombinationen und Methoden sich am besten eignen, um abgestorbene Waldflächen rasch zu begrünen und langfristig zu stabilisieren.

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„Viele bayerische Wälder sind in einem sehr schlechten Zustand. Besonders im Frankenwald sehen wir apokalyptische Bilder“, erklärt der BN-Landesbeauftragte Martin Geilhufe. „Wenn unsere über 2,5 Millionen Hektar Wald ihre lebenswichtigen Funktionen verlieren, drohen massive Erosion, Überflutungen, Überhitzung, Lebensraumverluste – und der Wegfall unseres wichtigsten heimischen Kohlenstoffspeichers.“

Die Wundheilung des Waldes

Auf den rund 20 mal 50 Meter großen Versuchsflächen wurden jeweils zehn Parzellen von zehn mal zehn Metern angelegt, die mit unterschiedlichen Baumarten bepflanzt werden. „Wir orientieren uns dabei an der Natur selbst: Wenn Lücken im Wald entstehen, setzt die natürliche Regeneration auf schnell wachsende, robuste Pionierarten – eine Art Wundheilung des Waldes“, erläutert der BN-Waldexperte Ralf Straußberger. „Unter ihrem Schutz können später andere, langlebigere Baumarten nachwachsen.“

Auf den Versuchsflächen werden Salweide, Sandbirke, Vogelbeere und Zitterpappel angepflanzt – letztere wurde zum Baum des Jahres 2026 gewählt, weil sie Kahlflächen besonders rasch besiedeln kann. Ergänzt werden diese Arten durch Stieleiche und Weißtanne, die als besonders klimaresilient gelten. Zusätzlich wurden sogenannte Null-Parzellen angelegt, die unbepflanzt bleiben. „So wollen wir beobachten, ob und wie sich dort eine natürliche Waldverjüngung einstellt“, erklärt Straußberger.

Auch der Einfluss des Wildes wird untersucht: Auf der Hälfte der Parzellen gibt es keinen Verbissschutz. Die andere Hälfte wird eingezäunt oder mit dem natürlichen Verbissschutzmittel Trico auf Schaffettbasis behandelt.

Der BN möchte Erkenntnisse liefern, um Waldbesitzer beim Umgang mit den geschädigten Waldflächen zu unterstützen. „Wir wollen Waldbesitzer ermutigen, eine naturnahe Wiederbewaldung ihrer Kahlflächen anzugehen. Dies ist ein generationenübergreifendes Projekt. Wir danken deshalb allen Waldbesitzern, die sich hier engagieren“, so Geilhufe abschließend.

Die Vorsitzende der Kreisgruppe Kronach Christine Neubauer hebt hervor: „Wir danken den Privatwaldbesitzern Michael Weißerth und Christof Körner für die Bereitstellung der Flächen in Neukenroth und Teuschnitz sowie dem Spitalwald Kronach!“