Sturmtiefs über dem Atlantik erreichen in den nächsten Tagen Europa. Fegen sie nur den lästigen Frost weg oder gibt es wieder Extremwetter? Die Modelle zeigen verschiedene Szenarien, aber auch in Deutschland drohen heftige Böen.
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Der erste Orkan formiert sich von Donnerstag auf Freitag über dem Atlantik. Die Wetterlage ist dabei extrem: Innerhalb von nur 24 Stunden fällt der Kerndruck um 44 Hektopascal (hPa) stark ab. Mit prognostizierten Windspitzen von bis zu 215 km/h über dem Meer und 170 km/h an der irischen Küste wird dieser Orkan potenziell zu einem der stärksten der letzten Jahre.
Doch damit nicht genug - ein zweiter Bombenzyklon folgt bereits am Wochenende. Dieser entwickelt sich von Samstag auf Sonntag und erreicht Irland mit Windgeschwindigkeiten von bis zu 170 km/h. In Nordspanien (Biskaya) soll das zweite Tief den europäischen Kontinent erreichen.
Für Mitteleuropa ist die Gefahr laut weather.de nicht ganz so groß: In Irland und Großbritannien müsse man sich zwar auf zwei Bomben-Zyklone binnen 48 Stunden einstellen. Aber in Deutschland seien bisher nur Sturmböen oder maximal orkanartige Böen vorhergesagt - also Beaufort 8 bis 11 in den Windspitzen.
Etwas Besorgniserregend ist allerdings die Möglichkeit, dass sich aus dem zweiten System ein sogenannter „Schnellläufer“ entwickeln könnte. Das sind Stürme, die an einem Tag tausende von Kilometern zurücklegen können, wie etwa „Kyrill“ im Jahr 2007.
Für Deutschland bedeutet die Großwetterlage im Westen indes auf jeden Fall einen Umbruch: Das bisher dominierende Hochdruckgebiet „Beate“ wird nach Osten abgedrängt. Ab Mittwoch dreht die Windrichtung bereits auf Südwest, und spätestens ab Freitag muss deutschlandweit mit stürmischen Bedingungen gerechnet werden. Besonders heftig wird es voraussichtlich Anfang kommender Woche an der Nordsee.
Meteorologen warnen aktuell nicht nur vor einem Bombenzyklon, sondern zumindest potenziell auch vor der Entstehung von Randtiefs - also kleinräumigen Wirbeln an den Sturmrändern, die extreme Windgeschwindigkeiten entwickeln können. Auch der europäische Flugverkehr muss womöglich mit Beeinträchtigungen rechnen, hieß es.
Besonders unübersichtlich ist die dynamische Entwicklung der Wetterlage. Während die Vorhersagen bis Donnerstag oder Freitag noch relativ verlässlich sind, nehmen die Unsicherheiten danach deutlich zu. Kleine Veränderungen in den Wettermodellen können große Auswirkungen auf die konkrete Situation haben.
Erhöhte Wachsamkeit ist also geboten. Die Kombination aus zwei aufeinanderfolgenden Bomben-Zyklonen, möglichen Randtiefs und allgemeiner Instabilität der Wetterlage macht die kommenden Tage schwer einschätzbar. Neben dem Wind bringen „Bomben-Zyklone“ stets auch Regen und einen deutlichen Temperaturanstieg mit sich.