Borkenkäferbefall Der Frankenwald soll vielfältiger werden

Bei der zweiten „Diskussion auf Banz“ stand die Zukunft des Frankenwaldes im Fokus. Aufgrund des Borkenkäfers hat dieser große Anteile seines Baumbestandes eingebüßt. Wie andere Kommunen in Bayern daraus lernen können. 

Der Borkenkäfer hat viele Kahlflächen im Frankenwald hinterlassen. Foto: Andreas Hahn/LWF

Nichts Geringeres als die Zukunft des Frankenwaldes war das Thema der zweiten „Diskussion auf Banz“. Rund 100 Interessierte waren laut Pressemitteilung der Einladung der Forstwirtschaftlichen Vereinigung Oberfranken gefolgt, um sich im Rahmen von Fachvorträgen und einer Podiumsdiskussion unter Moderation von Kirstin Zesewitz vom Bayerischen Rundfunk mit Bernhard Breitsameter, Präsident des Bayerischen Waldbesitzerverbands und weiteren hochkarätigen Experten der Forst- und Holzbranche auszutauschen.

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2017 noch Waldgebiet des Jahres, hat der Frankenwald auf Grund einer Borkenkäferkalamität in den letzten Jahren inzwischen erhebliche Anteile seines Baumbestands temporär eingebüßt. Die Borkenkäferbekämpfung und Wiederbewaldung ist für die Waldbesitzer eine Mammutaufgabe. So berichtet Markus Wich von der Waldbesitzervereinigung Kronach-Rothenkirchen von einem starken Anstieg des Holzeinschlags in den letzten Jahren und voraussichtlich mehreren hunderttausend jungen Bäumen, die allein in diesem Jahr über seine Waldbesitzervereinigung bestellt wurden und noch gepflanzt werden sollen.

Erkenntnisse für ganz Bayern lehrreich

Viele Waldbauern im Frankenwald spüren heuer erstmals wieder vorsichtige Entspannung: rückgehende Borkenkäfermengen, stabile Holzpreise und attraktive Förderungen. Aus Sicht der Holzindustrie habe man 2025 nach Jahren des Überangebots sogar überraschend Engpässe erlebt, so Benjamin Neuhaus vom Sägewerk Gelo. Präsident Breitsameter blickt über den Frankenwald hinaus. So ist heuer in anderen Regionen Bayerns die Schadholzmenge trotz hoher Niederschläge zum Teil stark angestiegen. Jens Haertel vom Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (AELF) Coburg-Kulmbach und Daniel Kraus von der Arbeitsgemeinschaft Naturgemäße Waldwirtschaft sehen darin auch eine Chance: „Die Erkenntnisse und Erfahrungen aus dem Frankenwald können dort wertvolle Lehren bieten.“

Trotz aller Herausforderungen herrschte Einigkeit auf dem Podium: Der Frankenwald soll vielfältiger, stabiler und bunter werden – „so, wie der Wald rund um Banz“, wie es Markus Wich formulierte.