Boston-Marathon Birgit Kroha erfüllt sich Traum

Thomas Geiger
Birgit Kroha als Finisherin beim Boston-Marathon. Foto: privat

Die Läuferin des ASC Kronach-Frankenwald meistert das Traditionsrennen in den USA. Damit stehen die fünf größten Marathons der Welt in ihrer Vita.

Die für den ASC Kronach-Frankenwald startende Läuferin Birgit Kroha aus Theisenort nahm erfolgreich an der 126. Auflage des legendären Boston Marathon teil. Der nach Olympia älteste aller Marathons lockte 28 000 Läuferinnen und Läufer aus aller Welt an.

Limitierte Startplätze heiß begehrt

Die streng limitierten Startnummern sind in der Marathonszene heiß begehrt. Weltweit werden nur rund 800 Startplätze an Veranstalter im Ausland vergeben. Ausnahmen erlauben nur Qualifikationszeiten, über die man eventuell noch einen zusätzlichen Startplatz ergattern kann. Birgit Kroha hatte 2019 einen Startplatz für 2020 bekommen, jedoch kam die Corona-Pandemie dazwischen und aus war vorerst der Traum von den Big Five, das sind die fünf größten Marathons der Welt in Berlin, London, Chicago‚ New York und Boston. Die ersten vier war Birgit Kroha schon gelaufen, nur Boston fehlte noch, „die Mutter aller Marathons“, wie er genannt wird und den ein ambitionierter Läufer einfach gelaufen sein muss.

Da der Event in Boston immer wieder verschoben wurde, trainierte die ASClerin immer weiter, bei Wind und Wetter, egal ob am hellen Tag oder in dunkler Nacht, warm oder kalt. Aber wer trainiert, der will auch abliefern und dementsprechend glücklich war Birgit Kroha dann auch, dass das Rennen in den USA nun endlich stattfinden konnte.

Meilenstein der Gleichberechtigung

Für Frauen hat der Boston-Marathon wegen seiner Geschichte eine besondere Bedeutung mit Blick auf das Thema Gleichberechtigung. Im Jahr 1967 trat mit der in Amberg geborenen US-Amerikanerin Kathrine Switzer erstmals eine Frau bei diesem traditionsreichen Marathon an. Sie musste dies inoffiziell tun, da ein Start von Frauen bis dahin nicht erlaubt gewesen war. Die Organisatoren und Teile der Öffentlichkeit attackierten sie deswegen, ihre Startnummer 261 wurde allerdings zum Symbol für Gleichberechtigung von Mann und Frau. Erst ab 1972, also seit genau 50 Jahren, dürfen Frauen offiziell am Boston-Marathon teilnehmen.

Schwierige Strecke

Die Strecke ist schwierig zu laufen. Sie ist sehr hügelig und zieht sich zäh die 42,195 Kilometer entlang in die Stadt. Da Boston an der Küste liegt, weht meistens auch ein starker Wind. So wie auch am Montag in diesem Jahr, dem Saint Patrick’s Day, an dem jener Marathon traditionell stattfindet. Mit 815 Bussen werden die Teilnehmer nach Hopkinton gefahren, von wo aus sie, frenetisch angefeuert von unzähligen Zuschauern, zurück in die Stadt laufen. Dabei ist der Heartbreak Hill bei Meile 22, also nach circa 32 Kilometern, wo nochmals ein für Läuferbeine gewaltiger Anstieg auf die Läufer zukommt, im wahrsten Sinne des Wortes der Brecher. Die Muskeln in den Beinen machen zu, sind übersäuert und man muss aufpassen, dass man keine Krämpfe bekommt.

Faszination Marathon

Aber warum läuft man dann Marathon? Birgit Kroha erklärt das so: „Die Faszination, laufend die Welt zu erleben, es wieder mal geschafft zu haben, alle Schmerzen ausgehalten und den Köper besiegt zu haben, über seine Grenzen gehen, auch mental , das alles ist das Erlebnis Marathon. Und wenn man dann durchs Ziel läuft, ist das ein unvergleichbarer Moment und alles ist vergessen.“

Nächstes Jahr Tokio

Birgit Kroha war nach 4:28:37 Stunden im Ziel, was für sie Platz 875 in ihrer Altersklasse bedeutete. Die Entbehrungen in den vorherigen drei Monaten der intensiven Trainingsphase hatten sich gelohnt. Für nächstes Jahr steht Tokio auf Birgit Krohas Agenda. Auch für den dortigen Marathon hat sie ihre Startnummer schon sicher. Mit diesem letzten Stern, den alle ambitionierten Marathonläufer haben wollen, bekommt man die Auszeichnung der Marathon Majors.

 

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